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Auf den Prinskullen

  Auf Linnés Fußspuren
Am 18. Mai 1732 [1], dem 6. Tag seiner lappländischen Reise, setzt Carl von Linné seine Reise durch die Lappmark von Kvikkjokk aus über den Prinskullen und den Vallevare fort:
"Am nachmittag reiste ich von der Eisenhütte [in Kvikkjokk] fort, von wo es eine Viertelmeile bis zum Berg Vallevari [Vallevare] war, der wohl eine Viertelmeile hoch ist. Da ich ihm nun zur Seite kam, schien's mir, als sei ich in eine neue Welt geraten, und als ich hinaufstieg, wußte ich nicht, ob ich in Asien oder Afrika sei, denn alles, der Erdboden, die Lage und die Pflanzen, war mir unbekannt. Nun war ich ins Hochgebirge gekommen. Überall rundum lagen schneebedeckte Berge, und ich selbst ging wie im stärksten Winter im Schnee; all die seltenen Pflanzen, die ich früher gesehen und an denen ich mich so erfreut hatte, fanden sich hier wie in Miniatur und in solchen Mengen, dass ich erschrak und mehr zu bekommen glaubte, als es mir zu bewältigen möglich war." [2]  
 

 

 

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Unweit von Kvikkjokk liegt der 749 m hohe Prinskullen als Teil des Vallevare-Bergrückens. Von dem kleinen Gipfel bietet sich eine grandiose Aussicht auf das Tarrekaisemassiv, das Pårtefjällen im Sarek, das neu eingerichtete Naturreservat Kamajokk/Kamajåkkå und das großartige Delta des Kamajåkkå und des Tarraälven. Die Wanderung auf den Prinskullen lässt sich fortsetzen zur Pyramide des 1.322 m hohen Vallespiken.
Von der alten Siedlung an den Stromschnellen des Kamajokk/Kamajåkkå bis zum Gipfel sind es etwa 3,5 km bei rund 450 Metern Hohenunterschied. Mit diversen Pausen zum Ausruhen, Genießen und Fotografieren kalkulieren wir etwa 2 bis 2,5 Stunden für den Aufstieg.

 

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Überfahrt zur Pfarrerseite

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist die Bootsanlegestelle in Kvikkjokk. Die Überfahrt zum gegenüberliegenden Ufer von Kvikkjokks alter Siedlung („Pfarrerseite“) dauert mit dem Motorboot nur wenige Minuten.

 

Die üblichen Abfahrtszeiten sind im Sommer um 9:30, 13:30 und 17:30 Uhr. Die Rückfahrt wird individuell verabredet. Üblicherweise machen die Bootsführer bei der kurzen Überfahrt einen Schwenker zu der wild und ohrenbetäubend rauschenden Einmündung des Kamajåkkå in den Saggat.
Selbst im lappländischen Hochsommer strömen die wild sprudelnden Wasser des Kamajåkkå eiskalt in den dann ansonsten recht warmen Saggatsee.
Von der Anlegestelle an der „Pfarrerseite“ führt uns ein gekennzeichneter Pfad den Prinskullen hinauf. Zu Beginn (oder auch zum Abschluss) der Wanderung lohnt ein Abstecher nach etwa 50 m zur alten, mittlerweile verfallenen Siedlung Kvikkjokks, der „Pfarrerseite“.

 

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The last good spring

Der Pfad zum Prinskullen geht geradeaus weiter und überquert anfangs auf Bohlenstegen ein kleines Moor.

 

Nachdem ein kleiner Bach (Trinkwasser!) in einer Talmulde passiert ist, steigt der gut begehbare Waldpfad allmählich an. Entlang des Weges sehen wir die mittlerweile moos- und pilzbewachsenen Gerippe umgestürzter Bäume. 2001 wütete der Orkan Lothar über halb Europa und hieb mit seinen ungeheuren Kräften auch in den Nadel- und Fjällbirkenwald am Prinskullen und schlug tiefe Schneisen in den Urwald hinein.
Nach einer längeren, recht steilen Passage erreichen wir kurz vor der Nadelwaldgrenze ein kleines Rinnsal in einer schmalen Talmulde. Bis 2006 wies an dieser Stelle ein Schild den Wanderer darauf hin, dass dies die letzte Gelegenheit zum Wasserholen vor dem Erreichen des Vallevare sei.
Das Schild ist mittlerweile verschwunden. Gleichsam bleibt es ratsam, hier die Wasservorräte für den weiteren Aufstieg aufzufüllen.


 

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Das Delta des Kamajåkkå

Der Weg biegt an der Wasserstelle nach links und führt uns entlang einer Lichtung durch ein letztes, diesmal meist felsiges Waldstück auf einen lichten Birkenhain. Der nunmehr letzte Kilometer bis zum Gipfel des Prinskullen ist meist steinig, teilweise auch moorig und von kleinwüchsigen Weiden, Beeren und Zwergbirken bestimmt.

 

Noch auf den ersten Felsplatten der Birkenlichtung bietet sich hinter und unter uns ein großartiger Ausblick auf das Kvikkjokkdelta. Zum Fotografieren des Delta bietet sich hier der beste Platz, einerseits lässt sich die imposante Flusslandschaft auch mit einem Weitwinkel- oder auch Normalobjektiv ohne allzu weit ausladenden Vordergrund aufnehmen, zum Anderen ist es hier deutlich windgeschützter als auf dem ungeschützten Gipfel des nahen Prinskullen.

 

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Auf dem Gipfel des Prinskullen

Den Ausblick auf die Berge des Pårtefjällen im Sarek, das Tarrekaisemassiv des Padjelantas und auf die weite Seenlandschaft des Saggat genießen wir dann wenige hundert Meter weiter auf dem kuppelförmigen Gipfel des Prinskullen. Angekommen legen wir einen Stein auf die Steinpyramide auf dem Gipfel und genießen um uns herum die großartige Wunderwelt Laponias.

 

Den Weg weiter über die Moor- und Heidelandschaft des Vallevare zum majestätischen Vallespiken (noch weitere 10 km entfernt) sind wir noch nicht gegangen. Nach etwa 2 km endete der schon vorher schlecht begehbare Pfad an einer Rentierkoppel. Informationen zur Wanderung auf den Valespiken gibt es in der Fjällstation in Kvikkjokk oder in Årrenjarka.

 

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Textverweise

[1] Carl Nilsson Linnæus (erst 1756, nach seiner Erhebung in den Adelsstand, nannte er sich Carl von Linné) begann seine Reise in die Lappmark am 12. Mai 1732 nach Julianischer Zeitrechnung. Der Gregorianische Kalender wurde in Schweden erst 1753 eingeführt. Zur Zeit geht der Julianische Kalender gegenüber dem Gregorianischen um 13 Tage nach, zu Linnés Zeiten um 11 Tage. Nach heute üblicher Zeitrechnung brach Linné also am 23. Mai 1732 in Uppsala zu seiner lappländischen Reise auf. Vgl. dazu Ökumenische Rat der Kirchen, Dokument-Datum: 31.01.2007, Warum liegt das Osterdatum nicht jedes Jahr auf demselben Tag - wie etwa Weihnachten?.

[2] Vgl. Carl von Linné: Lappländische Reise, S. 115, Gemini Verlag Berlin 2004, © Insel-Verlag Frankfurt am Main 1964. Die Originalausgabe erschien 1737 in Amsterdam unter dem Titel: Flora Lapponica Exhibens Plantas per Lapponiam Crescentes, secundum Systema Sexuale Collectas in Itinere Impensis. Das eingescannte Original ist im Internet zu sehen: http://caliban.mpiz-koeln.mpg.de/linne/lapponica/index.html

 

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Aktualisiert am 19. August 2011

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