Baldrian, Echter
Valeriana officinalis L.
Synonyme: Valeriana baltica Pleijel
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Läkevänderot; Synonyme: Vendelört, Vänderot, Äkta vänderot |
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Lækjevändelrot |
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Rohtovirmajuuri |
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Valerian |
Der Echte Baldrian (Valeriana officinalis) ist eine Pflanzenart der Gattung Baldrian (Valeriana).
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Name
Der botanische Gattungsname stammt wahrscheinlich vom lateinischen valere „gesund sein“ bzw. valens „kräftig“ was sich auf die gesundheitsfördernde Wirkung der Pflanze bezieht. Der Artname officinalis leitet sich aus dem Lateinischen Officina ab und bezieht sich auf die Verwendung als Heilmittel (officinalis - als Arznei verwendet; s. dazu auch Offizin [http://de.wikipedia.org/wiki/Offizin]). Pflanzen mit dem Artnamen offizinalis werden gewöhnlich als Heilmittel verwendet.
Eine eindeutige Ableitung des deutschen Trivialnamens Baldrian ist nicht möglich. Eventuell ist das deutsche Wort Baldrian volksetymologisch angelehnt an Balder, den nordischen Gott des Lichts. Eine andere Theorie besagt, dass das lateinische „Valeriana“ Pate stand.
Weitere volkstümliche Namen für diese Pflanzenart im deutschen Sprachgebrauch sind Arzneibaldrian, Augenwurzel, Katzenkraut, Balderbracken, Balderjan, Bullerjan, Brachkraut, Dammarg, Dreifuß, Gebräuchlicher Baldrian, Gemeiner Baldrian, Hexenkraut, Katzenbaldrian, Katzenkraut, Katzenwargel, Menten, Mondwurz, Stinkbaltes, Stinkwurz, Tolljan, Waldspeik.[1]
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Beschreibung
Die mehrjärige Pflanze kann bis zu 1,5 m hoch werden. Der kurze, häufig hohle walzenförmige Wurzelstock riecht deutlich nach Baldrian, am intensivsten riecht die getrocknete Wurzel.
Der im oberen Teil verzweigte Stängel ist rund und hohl. Die unteren, grundständigen, kurzstieligen Blätter wachsen rosettenförmig, während die Blätter am oberen Stängel gegenständig sitzen.
Die gefiederten, eiförmig-lanzettartig geformten Blätter sind ganzrandig oder auch eingeschnitten-gezähnt und bestehen aus 15 - 21 Teilblättchen, deren Blattoberfläche behaart ist.
Die weiß-rosa farbigen Blüten von 4 bis 5 mm Durchmesser bilden rispige Trugdolden, die frisch als wohlriechend gelten, die getrockneten haben ähnlich der Wurzel den charakteristischen Baldrian-Geruch (der nicht nach Jedermanns Geschmack ist). Für Katzen und es heißt auch für Ratten ist der starke Duft der Pflanze eine aufregende Angelegenheit und sie fühlen sich davon angezogen bzw. letztere sollen dadurch – so etwa in Hameln – angelockt worden sein.[2]
Auf die Blüte folgen die kleinen Samen mit weißen Haaren.
Vorkommen
Der Echte Baldrian kommt in den klimatisch gemäßigten Zonen der Nordhemisphäre in Amerika, Asien und in ganz Europa außer Portugal vor.[3] Er fühlt sich in feuchten Wiesen, an Ufern und auf Waldlichtungen am wohlsten, wächst aber auch an trockenen, sonnigen Plätzen und blüht überwiegend von Juni bis August.
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Medizinische Verwendung
Von der Baldrianpflanze werden die getrockneten unterirdischen Pflanzenteile medizinisch verwendet.
In der Volksmedizin und Pflanzenheilkunde gelten die Baldrianauszüge (Valerianae radix oder auch Valerianae rhizoma und Baldrianöl, Oleum Valerianae aethereum) als eines der wichtigsten pflanzlichen Beruhigungsmittel und sind Bestandteil zahlreicher Tees und Fertigarzneimittel.
Baldrian wird bei allen Formen von Nervosität eingesetzt, vor allem bei Rast- und Schlaflosigkeit, leichten nervösen Störungen und Angstgefühlen. Baldrian wirkt beruhigend, schlaffördernd und krampflösend und zügelt den Appetit, fördert die Verdauung und senkt den Blutdruck.[4]
Zur Anwendung des Baldrian erklärt Volker Faust, Professor am Zentrum für Psychiatrie der Universität Ulm in einem Artikel des Heilpflanzenlexikons von fokus online: „Baldrian-Extrakte, in welcher Form auch immer, sind keine sofort-wirksamen Beruhigungsmittel“. Die beruhigende und entspannende Wirkung des Baldrians trete in der Regel erst nach einigen Tagen oder gar Wochen auf. [5]
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Der Baldrian als Zauberpflanze
Baldrian gilt traditionell als Zauberpflanze, vor allem für Schutzzauber oder zum Herbeirufen von Geistern. Wie auch viele andere Pflanzen sollte er früher zudem noch Pest und Teufel abwehren. Baldrian galt im Mittelalter auch als aphrodisierende Liebespflanze. Bei zauber-pfanzen.de ist zu lesen: "Jüngling, trage eine Baldrianwurzel in der Tasche und sage den Zauberspruch: Baldrian, greif mir dran! Dann kann dir die Maid nichts verweigern." Oder - was allerdings bei dem nicht gerade angenehmen Geruch (und der Giftigkeit!) der Baldrianwurzel wirklich fast an Zauberei grenzt: "Nimm Baldrian in den Mund und küsse die, die du haben willst; sie gewinnt dich gleich lieb."
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Textverweise
[1] vgl. dazu auch Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Professur für Forstbotanik: Erklaerung von botanischen Gattungsnamen der Gefaesspflanzen Europas nach nach Prof. Dr. Guido Benno Feige; WISSENSCHAFTLICHE GATTUNGSNAMEN DER GEFÄSSPFLANZEN MITTELEUROPAS UND IHRE BEDEUTUNG, G. B. FEIGE, April 1996, 3. vollständig überarbeitete und wesentlich ergänzte Auflage, Botanisches Institut und Botanischer Garten der Universität - Gesamthochschule - Essen und Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen; Helmut Genaustoder W. ARNOLD (Leissigen-CH)
[2] vgl. dazu gesundheit.de und Den virtuella floran - Naturhistoriska riksmuseet und Wikipedia, die freie Enzyklpädie - Arznei-Baldrian
[3] vgl. dazu Wikipedia, die freie Enzyklpädie - Arznei-Baldrian
[4] vgl. u.a. W. ARNOLD (Leissigen-CH), Wikipedia, die freie Enzyklpädie - Arznei-Baldrian und feenkraut.de - Informationen zu Pflanzen und Heilkräutern sowie pta Forum, Arzneipflanzenportrait; Monika Schulte-Löbbert: Baldrian - Beruhigung aus der Wurzel
[5] vgl. dazu Focus Online
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Quellen und weitere Informationen
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Aktualisiert am 6. Dezember 2010



