Tiveden Nationalpark


Blitzlicht

  • Gemeinde (kommun): Laxå und Karlskoga
  • Provinz (län): Örebro und Västra Götalands län, Skaraborg
  • Lage: Zwischen den Seen Unden und Vättern
  • Fläche: 1.353 Hektar
  • Gründung: 1983
  • Beschreibung: Eingerichtet, ein größeres, zusammenhängendes Waldgebiet in seiner natürlichen Beschaffenheit zu bewahren
  • Sehenswert: wilde Wälder, stille Seen, riesige Steinblöcke
  • website: Naturvårdsverket


Märchenwald zwischen Vänern und Vättern

Tiveden liegt etwa 150 km südwestlich von Stockholm zwischen den Seen Unden und Vättern. Der Name ist als der Wald (ved) des Gottes Tyr (Ti) zu verstehen. Der Nationalpark wurde 1983 eingerichtet. Er ist 1.353 ha groß, wovon 137 ha Wasserflächen sind.


Die Landschaft wurde vor über zehntausend Jahren von Eis und Wasser geformt. Die enormen Blockansammlungen aus Granit sind Moränen aus der letzten Eiszeit. Die zahlreichen Risstäler des zerklüfteten und hügeligen Tivedens sind durch eiszeitliche Erosionsprozesse entstanden. 

Die Sage von der Entstehung Tivedens

"Es waren einmal ein Riese und seine Frau, die in Omberg (östlich des Vättersees) wohnten. Eines Tages wurden sie vom Riesenvolk in Kinnekulle (westlich des Vättersees) zum Fest eingeladen. Als sie dorthin gingen, stiegen sie über einen großen Graben (Vätternsee).


Sie brauchten nur einen großen Schritt zu machen, schon waren sie auf der anderen Seite. Aber auf dem Heimweg war die Riesenfrau so satt und vollgefressen dass sie diesen Schritt nicht mehr schaffte. Deshalb bat sie den Riesenvater: 'Du kannst doch sicher ein Stück Erde ausgraben und in den Graben legen, so dass ich darauf treten kann und keine nassen Füße bekomme.' Das machte der Riese. Er griff mit beiden Händen in die Erde und wühlte so das tiefe und lange Tivedstal aus, und das Rasenstück, das im Vättern entstand als er die Erdscholle dorthin legte, ist heute die Insel Visingsö. Die Riesenfrau trat darauf und kam so trockenen Fußes über den Graben."


aus: Die Sage von der Entstehung Tivedens. veröffentlicht 2008 unter www.upplevelseguiden.nu/Main.asp?KategoriID=94; URL nicht mehr erreichbar. 

Finnische Siedler im 16. Jhd.

Das heutige Nationalparkgebiet war, abgesehen von sporadischer Jagd und vereinzelter Waldweide, bis zum Ende des 16. Jahrhunderts von den Menschen weitgehend unberührt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts veränderte sich dies durch die Einwanderung finnischer Immigranten, die im Tiveden siedelten. 

Eisen- und Teerproduktion

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde mit der Stahlerzeugung in Tiveden begonnen, wo die großen Wälder Rohstoffe für die Verhüttung des Erzes boten. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das heutige Nationalparkgebiet zunehmend durch Köhlerei, Teerbrennerei und Brandrodung genutzt. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Stahlproduktion in Tiveden immer mehr zurück und 1923 schloss das letzte Stahlwerk in Igelbäcken. 

Wirtschaftsfaktor Götakanal

Durch die Öffnung des Götakanals im Jahre 1832 bekam das bis dahin sehr abgelegene Tiveden direkten Anschluss an den Weltmarkt und der Verkauf von Stamm- und Papierholz wurde für Tiveden immer bedeutender und hält bis heute an. Im Nationalparkgebiet wird allerdings in keinerlei Weise Waldwirtschaft betrieben. 

Tourismus

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist heute der Tourismus für die Region. Zwischen hohen Bäumen und moosbewachsenen Findlingen durchziehen 25 km markierte und gut ausgeschilderte Wanderpfade den Nationalpark.


Bei der Info-Zentrale beginnen mehrere Wanderwege und dort findet man auch Informationen über die Pflanzen und das Tierleben des Nationalparks. Nicht weit vom Nationalpark liegen u.a. Stenkällegården, Tivedstorp und Stigmansgården, wo Logis, Speisen und Kaffee angeboten werden.


Wenn Sie im Tiveden wandern wollen (wozu fährt man sonst dorthin?) nehmen Sie sich im Informationszentrum die entsprechende Wegbeschreibung mit. Für wenige Kronen erhalten Sie nützliche und informative Hinweise für Ihre Wanderungen auf dem Rundwanderweg Stenkällerundan zur Höhle Stenkälla und auf der Trollkyrkorunde, die wir als die landschaftlich reizvollere einschätzen. Wir sind auf der Trollkyrkorunde allerdings vom Weg abgekommen und versehentlich auf den Berglagsleden abgezweigt. Nach einigen Kilometern haben wir unseren Irrweg dann bemerkt und mussten auf dem durchaus anstrengenden, hügeligen Pfad zurück. 

Unterkunft

Neben Hotels, Pensionen und Campingplätzen rund um Tiveden findet man mitten im Tivedswald gelegen die alte Siedlung Tivedstorp. Im 17. Jhd. für finnische Waldsiedler gebaut, ist sie heute ein beliebtes Ausflugsziel mit Café, Kunsthandwerk und Übernachtungsmöglichkeiten im weitläufigen Vandrarhem. Hier wohnt man von komfortabel bis einfach mitten in der Natur. Sie erreichen Tivedstorp von der E 20 Richtung Tived und Nationalpark. Folgen Sie dann den Schildern Tivedstorp

Anreise nach Tiveden

Der Nationalpark ist durch eine kleine Straße, den Tivedsleden, erschlossen und erreichbar von der Reichsstraße 49 zwischen Karlsborg und Askersund oder der E 20 zwischen Undenäs-Askersund oder Tiveden-Granvik. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Tiveden nicht zu erreichen. 

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Quellen und weitere Informationen



Aktualisiert am 13. Februar 2015

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