Hornborgasjön


Blitzlicht

  • Lage: In der Provinz Västergotland etwa 15 Kilometer südöstlich der Domstadt Skara
  • Fläche: 3.000 Hektar
  • Gründung: 1999
  • Sehenswert: Vogelstation mit Museum und Vogelwarte (Naturum Hornborga), im Frühjahr und herbst Kraniche, reiches Vogelleben, Kloster Varnhem, Dörfer rund um den Hornborgasjön
  • World Database on Protected Areas – Hornborgasjön
  • geohack: geohack Hornborgasjön


Renaturierung zum Vogelparadies

Der Hornborgasjön [sjön dt.: See] liegt in der schwedischen Provinz Västergotland etwa 15 Kilometer südöstlich der Domstadt Skara.


Der heute etwa 30 Quadratkilometer große See fiel im ausgehenden 19. Jahrhundert der Landgewinnung zum Opfer. Durch mehrere Wasserpegelsenkungen verminderte sich seine Fläche auf 4 Quadratkilometer, die schließlich in den 1960er Jahren versumpfte. Nach einer umfassenden und einzigartigen Restauration mit einer Anhebung des Wasserspiegels um fast einen Meter, wurde der See wieder zu einem Vogelparadies, das heute Naturschutzgebiet ist.


Der See hat heute eine Tiefe von etwa zwei Metern und ist von einem Schilfgürtel umgeben. 

Tanz der Kraniche

Der Hornborgasjön ist einer der bekanntesten Vogelseen Europas. Der Kranichtanz im Frühling ist eines der eindrucksvollsten Naturereignisse. Tausende Besucher kommen allein deshalb jedes Jahr zum Hornborgasjön.


Die europäischen Kraniche verlassen Ende Februar ihre Überwinterungsgebiete in Südeuropa und Nordafrika, um zu ihren Brutgebieten nach Norden zu fliegen.


In Brandenburg bei Linum und in den Boddengebieten der mecklenburgischen Ostseeküste legen die großen Vögel einen Zwischenstopp ein. Hier bleiben sie einige Tage und fressen sich noch einmal richtig satt für ihren 500 Kilometer langen Flug nach Südschweden [1]. Hornborgasjön ist dann die letzte große Zwischenstation, bevor die Kraniche - bis auf eine kleine Anzahl, die am Hornborgasjön brüten - weiter zu den angestammten Brutplätzen in Nordskandinavien ziehen.


Den See suchen die Kraniche auf, um dort im flachen Wasser zu übernachten. Der eigentliche Tanz der Kraniche, der Hochzeitstanz, findet etwas weiter südlich auf den Feldern von Bjurum statt.


Einer der besten Plätze, die Landung, den Tanz und den Abflug der Kraniche zu beobachten, ist am Südufer des Sees (bei Bjurum) das „Naturum Trandansen“ an der Reichsstraße 184.


Am östlichen Seeufer (einige Kilometer nördlich der Ortschaft Broddetorp) befindet sich eine weitere Vogelstation mit Museum und Vogelwarte (Naturum Hornborga).


Die Gegend um den Hornborgasjön bietet aber nicht nur dem Vogelliebhaber Interessantes. Viele Zeugnisse vorgeschichtlicher Stätten und frühzeitlicher Gräber sind hier zu finden.



Am Hornborgasjön


"Kraniche sind sehr scheue Vögel. Ihre Fluchtdistanz beträgt über 200 Meter. Um dennoch die sagenumwobenen Kraniche vor die Linse zu bekommen, gibt es sechs kleine Verstecke für jeweils maximal 2 Personen (2 m lang, 1,20 m breit und 1,50 m hoch), die im Bjurum-Naturreservat am Ufer des Hornborga-Sees im Monat April stehen. Die Verstecke können tageweise gemietet werden.


Der Fotograf muss mindestens eine Stunde vor Sonnenaufgang das Versteck aufgesucht haben und frühestens eine Stunde nach Sonnenuntergang oder nach Abflug des letzten Kranichs das Versteck verlassen. Im April können dies schon mal 14-16 Stunden sein. Es ist während dieser Zeit verboten, das Versteck zu verlassen oder auch nur die Tür zu öffnen. Für Sitzgelegenheit, Liegeunterlage, Schlafsack und einen geeigneten Latrinenbehälter (Wassereimer mit Deckel) hat der Fotograf selbst zu sorgen. Sämtliche Utensilien müssen mit ins Zelt genommen werden.


Verhält man sich ruhig im Versteck, kann man die stolzen Vögel aus 5 Meter Entfernung mit dem Normalobjektiv fotografieren. In der Abenddämmerung, nach Abflug der Kraniche, wird auf den Flächen vor den Verstecken Mais ausgestreut. Die Verteilung der Maiskörner können sie eigenhändig vornehmen. So hat man schon im Vorwege die Möglichkeit, Kraniche an einen gewünschten Platz zu dirigieren."


Anmerkungen im Text und Quelle:

[1] Jürgen Schiersmann (zuletzt abgerufen am 01.09.14) 

Nähere Information über die Verstecke

Falköping Turism ek. för. 

Hornborga Naturum

PI 10759

S-521 00 Falköping

Tel. 0500-49 14 50 / 0046-515 77 70 50

E-Mail: turistbyran@falkoping.nu


Wichtig ist beim Aufenthalt am Hornborgasjön, dass die Reservatsregeln beachtet werden. So darf man sich in der Zeit vom 20.3. – 15.7. nicht im Vogelschutzgebiet des Reservats aufhalten und in der Zeit vom 20.3. – 30.4. darf man sich auch nicht auf den Äckern südlich vom See aufhalten. Informieren Sie sich rechtzeitig.

s. auch: Välkommen till Hornborgasjön, Länsstyrelsen VG län, Hornborgasjön, 521 98 Broddetorp 

Unterkunft

Wir fanden 2006 eine ruhige, hübsche und preiswerte Ferienwohnung auf einem Hof bei Kärrtorp, zwischen Varnhem und Broddetorp. Von Kärrtorp ist der Vogelturm Fäholmen etwa 1 km entfernt. Bis zum Hornborga Naturum und der Halbinsel Fågeludden sind es etwa 2,5 km.


Hornborgasjöns stugby ist über diesen >Link erreichbar. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten vermitteln die Touristenbüros in Skara und Falköping. Dort erhalten Sie, wie auch im Hornborga Naturum, die informative Broschüre des Naturvårdsverket zum Hornborgasee. Die Broschüre enthält eine gute Karte des Naturreservats. 

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Quelle und weitere Informationen

Viele Informationen zur Geschichte des Sees, zur Flora und Fauna rund um den Vogelsee und vieles Interessante mehr finden Sie auf den Internetseiten:


Aktualisiert am 14. Februar 2015

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