Kvikkjokks alte Siedlung

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  • Kvikkjokks alte Silberschmelze
  • Ortschaft: Kvikkjokk
  • Gemeinde (kommun): Jokkmokk
  • Provinz (län): Norrbottens län
  • Historische Provinz (landskap): Lappland
  • Lage: 5 Bootsminuten von Kvikkjokk an den Stromschnellen des Kamajokk
  • Einwohner: Keine
  • GeoHack - Kvikkjokk
  • Infos im web: Båttrafik i Kvikkjokk

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Die alte Silberschmelze in Kvikkjokk

Am gegenüberliegenden Ufer des Kamajokk befinden sich die Überreste der alten Siedlung von Kvikkjokk. Diese Seite Kvikkjokks wird auch Pfarrerseite genannt.

Nicht weit von der Anlegestelle entfernt gabelt sich der Pfad. Geradeaus weist ein Schild den Weg zum Prinskullen. Halten Sie sich rechts, vor Ihnen liegt Kvikkjokks erste Siedlung. Mehrere Schilder geben Ihnen Informationen zur Geschichte der alten Siedlung und des früheren Silberschmelzwerkes.

Bergbau in Lappland

Wir geben Ihnen hier die Geschichte der Silberverhüttung in Kvikkjokk in der deutschen Übersetzung mit einigen Ergänzungen aus dem Buch "Die Samen - Volk der Sonne und des Windes" des Ajtte-Museums wieder.

 

Das damals gar nicht so neutrale Schweden brauchte im 17. Jahrhundert neue Einnahmequellen, um seine Beteiligung und mehr noch die Auswirkungen u.a. des 30jährigen Krieges (der für die Schweden etwa von 1630 bis 1648 dauerte) zu finanzieren. Silberfunde in Sápmi und die Hoffnung auf hohen Ertrag kamen da gerade recht und die schwedische Staatsgewalt interessierte sich zunehmend für das Land im hohen Norden. Letztlich fielen die Gewinne aus dem Silberbergbau aber eher dürftig aus und es wurden zunehmend Verluste mit dem Silberbergbau gemacht.

 

Mit dem Interesse an den Reichtümern Sápmis ging die Missionierung des „heidnischen“ samischen Volkes durch die Kirche einher. Kolonisation und Christianisierung verliefen weitgehend parallel mit dem Ziel der Verdrängung, Machtausübung, Landnahme und Gewinnmaximierung.

 

Silber gehört heute nicht mehr zu den Reichtümern Sápmis. Andere Schätze sind an seine Stelle getreten. Eisenerze aus den Gruben von Gällivare und Kiruna und besonders die scheinbar unerschöpflichen Ressourcen Holz und Wasser versprechen heute die besseren Rentabilitätsrechnungen.

Kvikkjokks Silberbergwerk

Mitte des 16. Jhd. wurde in der Umgebung von Kvikkjokk, in Alkavare (Álggavárre) und Kedkevare (Silpatjåkko), Silbererz entdeckt. 1661 wurde ein gemeinsames Schmelzwerk in Kvikkjokk erbaut. In Kvikkjokk gab es Zugang zu den beiden wichtigen Ressourcen Holz und Wasserkraft.

 

Das Erz aus den Gruben von Alkavare und Kedkevare wurde mit Rentieren und Lastbooten (akkja) von den Menschen der umliegenden Samensiedlungen zur Schmelzhütte in Kvikkjokk verfrachtet.

Um das Hüttenwerk mit Proviant, Gerätschaften und anderen Sachen versorgen zu können, wurde ein Transportpfad von der Küste am Bottnischen Meerbusen bis ins Fjäll eingerichtet. Dieser ging von Luleå (Altstadt) fast den ganzen Weg - außer bei den Stromschnellen von Boden und Edefors - per Boot nach Storbacken. Danach ging es auf dem Landweg nach Jokkmokk und von dort weiter mit dem Boot nach Kvikkjokk hinauf. Die Material- und auch Personaltransporte von und zum Werk in Kvikkjokk wurden von Samen etappenweise befördert.

 

Die Belegschaft im Hüttenwerk zählte oft über 100 Mann, viele von ihnen waren Bergarbeiter von der Küste, die mit dem Versprechen der Befreiung vom Kriegsdienst angelockt wurden und die sich lieber im Werk eine Arbeit suchten als in den Krieg zu ziehen. Bestimmte Arbeiten erforderten erfahrenes Personal und Spezialisten, die u.a. aus Deutschland kamen.

 

Trotz aller Anstrengungen aber war die Produktion niedrig, und nur wenige Kilogramm Silber pro Jahr wurden aus dem Erz gewonnen. Auch wenn die Produktion zeitweise sehr intensiv betrieben wurde, lief sie meistens mit ökonomischen Verlusten. Der Erzbergbau in den Gruben von Alkavare und Kedkevare sowie der Betrieb der Silberhütte in Kvikkjokk dauerte von 1659 bis 1702.

 

Kvikkjokk wurde zu dieser Zeit Teil des Gemeindezentrums. Hier gab es außer der Schmelzhütte noch andere Gebäude die zum Werk gehörten. In einem von diesen gab es auch einen Ort für Gottesdienste und ein Pfarrer war im Werk angestellt. Kvikkjokk wurde 1696 Hauptort der Kirchengemeinde Jokkmokks.

 

Als eine der ältesten historischen Zeugnisse existiert noch eine Karte von 1661, in der die Entstehung und Entwicklung der Silberbergwerksgesellschaft skizziert ist. 1970-71 fanden erste ernsthafte archäologische Untersuchungen statt.

 

Einige Überreste alter Hausmauern wurden ausgegraben und man fand Kupfermünzen von 1620-30, verschiedene Gerätschaften, Messer, Beschläge und Stahl, Feuerstein usw.. Von den Wohnstätten sind einzig die steinernen Grundmauern erhalten und einige Überreste von Feuerstellen. Vom Schmelzwerk blieb nichts übrig, vermutlich wurde alles von den Frühjahrshochwassern weggespült.

Auf der Friedhofsanlage wurden Senken im Boden gefunden, die auf etwa 25 Gräber schließen lassen. Dort wurde auch ein gewaltiger Steinblock gefunden, der wahrscheinlich als Predigtstuhl diente.

Der Friedhof

Der Friedhof wurde erst 1681 fertiggestellt, ganze 20 Jahre nach Gründung der Hüttenanlage.

 

Vielleicht war es, weil das Silberwerk nicht sonderlich unfallbetroffen war und der Bedarf nach einem Friedhof erst entstand als die Arbeiter mit ihren Familien in Kvikkjokk sesshaft wurden. Wahrscheinlich wurde der Friedhof auch angelegt, als die Mehrzahl der Samen christianisiert war und sie in geweihter Erde nach ihrem Tod begraben werden wollten.

 

Um den Begräbnisplatz wurde eine Umzäunung gebaut, ca. 6 Stämme hoch mit einem Tor und einem kleinen Dach auf Pfählen.

Der Friedhof hatte ursprünglich einen eher bescheidenen Grundriss von ca. 11 mal 9,5 m. Während des 17. Jhd. nach Schließung des Werkes, wuchs der Friedhof auf 20 mal 20 m. Nach wie vor kann man Spuren der ca. 25 Gräber in Form von Senken im Boden sehen.

Nahe des Friedhofs gibt es einen wunderlich geformten Stein, der schon lange „Predigtstuhl“ genannt wird. Es ist möglich, dass er sowohl bei Gottesdiensten im Freien als auch bei Beerdigungen benutzt wurde.

Die Schmiede

Mit Rücksicht auf das Brandrisiko wurde die Schmiede des Silberwerkes in sicherem Abstand zu den anderen Gebäuden gebaut.

Eine archäologische Untersuchung ergab, dass die Schmiede über einen hand- oder fußbetriebenen Blasebalg verfügte, mit dem der Schmied Luft in den Herd blies, um eine hohe und gleichmäßige Temperatur im Ofen zu halten damit das Eisen weich und schmiedbar wurde.

 

Die Funde in der Schmiede bestanden aus Schmiedehämmern, spitzen Gerätschaften, Bohrern sowie einem ganzen Teil kaputter Geräte und Werkzeuge.

 

Die wichtigste Aufgabe des Schmiedes war die Aufbereitung und Wiederherstellung der Grubenwerkzeuge und diese zu schmieden, weil sie schnell abgenutzt waren.

Das Pfarrhaus

Die linke Seite des Kamajokk wird „Pfarrerseite“ genannt, weil dort das Wohnhaus des Pfarrers war. Das Gebäude war ursprünglich die Wohnstatt des Werkmeisters, der aber 1666 in ein neues Haus auf Hytteholmen, auf der anderen Seite des Kamajokk, zog.

 

Kvikkjokk erhielt seinen ersten Prediger 1673, denn es war sehr wichtig, dass die Bergwerksbevölkerung – und vor allem die Samen – die christliche Botschaft hören konnten. Als der Pfarrer nach Kvikkjokk kam, übernahm er die alte Werksmeisterwohnstatt.

Das Haus war ca. 15 x 6 m und hatte eine Höhe von 11 Stämmen. Das Haus verfügte über ungefähr zwei gleichgroße Zimmer, eine Kammer und eine Diele.

 

Bei einer archäologischen Untersuchung zeigte sich, dass das Haus 8 Fenster besaß. Die Fenster waren klein mit Bleiprofilen verbunden und grünes Glas eingesetzt, das die Stuben sehr dunkel machte. Vielleicht waren die Wände aus diesem Grund immer weißgeleimt, um so die Räume heller zu machen.

 

Man fand eine ganze Menge Gegenstände im Hausgrund, u.a. Messer, Keramik- und Glasscherben, Tonpfeifen und Münzen von 1620 bis 1630. Zum Gebäude des Pfarrhauses gehörte auch ein kleines Außenhaus sowie ein Aufbewahrungsspeicher.

 

Wenn Sie mehr über die Zeiten der Silberschmelze und zur Geschichte Kvikkjokks erfahren möchten, kontaktieren Sie Björn Sarstad. Der Bootsführer bringt Sie auch über das Wasser zur Pfarrersseite von Kvikkjokk.

Mit dem Boot ...

... erreichen Sie die Pfarrerseite. Die üblichen Abfahrtszeiten sind um 9:30, 13:30 und 17:30 Uhr.

 

Wenn Sie mehr über die Zeiten der Silberschmelze und zur Geschichte Kvikkjokks erfahren möchten, kontaktieren Sie Björn Sarstad. Der Bootsführer bringt Sie auch über das Wasser zur Pfarrersseite von Kvikkjokk.

 

Björn Sarstad, Tel.: +46 (0) 73-901 37 00, +46 (0) 70-205 31 93 (Bei Anrufen aus dem Ausland die erste 0 weglassen)

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Aktualisiert am 17. Februar 2015