Auf den Nammatj

Wir beschreiben hier die Wanderung auf den Gipfel des kleinen Berges Nammatj im Deltagebiet von Kvikkjokk. Der gleichlautende aber bekanntere Berg Nammatj am Beginn des Rapadalen liegt am Eingangstor zum Sarek-Nationalpark. Innerhalb des riesigen Gebietes der Gemeinde Jokkmokk gibt es insgesamt vier Berge mit dem Namen Nammatj.

Blitzlicht

  • Gemeinde (kommun): Jokkmokk
  • Provinz (län): Norrbottens län
  • Historische Provinz (landskap): Lappland
  • Lage: Freistehender Berg im Kvikkjokksdelta mit Blick über das Kvikkjokksdelta und den Saggat
  • Höhe: 657 m.ü.M.
  • Ausgangspunkt: Etwa 10 Min. Bootstour von Kvikkjokks Bootsanlegestelle; Dauer des Aufstiegs etwa 2 StundenSchwierigkeitsgrad: Einfach bis mitte, Wurzelwege und teils steiler Aufstieg. Im Frühjahr auf der Hochebene teils morastig. Festes Schuhwerk und Wanderstöcke ratsam; auf Gipfelhöhe i.d.R. sehr windig
  • GeoHack - Kvikkjokk

Galerie


Der "namenlose" Berg im Kvikkjokkdelta

Nammatj bedeutet namenlos und ist samisch. Für die Samen ist er ein heiliger Berg. Dieser kleine Berg liegt mitten im Kvikkjokkdelta. Hier fließen die beiden Flüsse Tarraälven und Kamajokk in den Saggat und bilden mit ihren Sedimentablagerungen das beeindruckende Kvikkjoksdelta.


Der 657 m hohe Nammatj bietet mit seiner freien Lage inmitten der mäandrierenden Flusslandschaft einen phantastischen Rundblick über das Delta und die nahen Berge des Padjelanta und des Sarek. Der Berg lässt sich von seiner Westseite gut besteigen. Die Südflanke fällt dagegen mehrere hundert Meter steil ab. Die etwa 6 km lange Wanderung geht meist über steile, teils felsige Pfade und Wurzelwege, streckenweise auch durch kleine moorige Gebiete im Fichten- und Kiefernwald der in den Höhenlagen von Birken und Weiden abgelöst wird.


Wegen seiner Insellage im Delta ist der Nammatj nur per Boot erreichbar. Bootstouren ab Kvikkjokk zum Nammatj werden von Björn Sarstad angeboten (Tel.: +46 (0) 73 901 37 00, (0) 70-205 31 93).

Wanderung zum Gipfel des Nammatj

Wir haben für 13 Uhr eine Fährfahrt bei Kent Arvidsson (Kent Arvidsson war bis 2013 Bootsführer in Kvikkjokk. Mittlerweile genießt Kent den Ruhestand) zum Nammatj, dem kleinen Berg im Kvikkjokkdelta bestellt. Pünktlich legt Kenth in Kvikkjokk ab und fährt uns zusammen mit vier schwedischen Padjelanta-Wanderern ca. 15 Minuten über den sonnenbeschienenen Taraälven bis zur Anlegestelle am Fuße des Nammatj. Hier verabschieden wir uns von den Schweden und verabreden mit Kent die Rückfahrt für 20:30 am Abend. 7,5 Stunden sollten für unsere Tageswanderung genügen.



Blaubeeren am Wegesrand

Die ersten Meter gehen wir ufernah auf einem verbohlten Pfad durch Weidengebüsch, der dann in einen felsigen, schnell steil ansteigenden Pfad durch Fichtenwald übergeht. Der Pfad ist gut erkennbar, und neben der ausgetretenen Spur zeigen blaue Kunststoffbänder die Richtung. Links und rechts des Weges stehen dichte Polster von Blaubeerbüschen. In wenigen Wochen werden die leckeren blauen Beeren an den kleinen Sträuchern hängen. Wohl dem, der dann hier wandert und sich an den Früchten laben kann. Noch aber künden nur die kugeligen, roten Blüten von bald blauen Händen und Mündern der Naschenden.



Läusekraut und Rauschebeeren

Bald steigt der schmale Pfad steiler an und neben großen und kleinen Felsbrocken erschweren Baumwurzeln das Vorankommen. Nach etwa einer Dreiviertelstunde erreichen wir nach teilweise steilem und mühsamen Aufstieg eine beinahe ebene Moorfläche. Moltebeeren, Schwedischer Hartriegel, kleine Lappländische Läusekräuter, blühende Rauschebeeren und vergehende Rosmarinheide wachsen auf dem feuchten Torf.


Hier oben öffnet sich die Sicht auf das unter uns liegende Flussdelta mit seinen zahlreichen Flussschlingen und -armen. Smaragdgrün schimmert das scheinbar still liegende Wasser tief unter uns. Nur am nördlichen Ufer zeichnet sich die weiße Gischt des herabstürzenden Kamajokk in den Saggat deutlich ab.



Auf felsigen Pfaden zum Gipfel

Weiter führt der Weg durch nunmehr karges und felsiges Gelände. Hier oben bläst der Wind gewaltig und die letzten Fichten stehen verloren zwischen einzelnen, kleinwüchsigen Birken und Weiden. Dazwischen Rauschebeeren und die hübsche Alpenazalee. Auf den kargen Fels haben sich in der Sonne rot und gelb schimmernde Flechten eingegraben.


Den am unteren Berghang durch blaue Bänder gekennzeichneten Pfad finden wir jetzt nur noch schwer, bis uns kleine Steinmännchen bis zur höchsten Stelle mit den beiden großen Gipfelmännchen des namenlosen Berges leiten.


Auf dem Gipfel bieten wenige, niedrige Weidenbüsche Schutz vor dem kalten und heftigen Wind. Doch der manchmal mühsame Aufstieg hat sich gelohnt. Bis hierher dauert die Wanderung etwa 2 Stunden und bietet in einer 360° Rundsicht neben den herrlichen Ausblicken auf die Berge des Padjelanta und des Sarek auch grandiose Blicke auf das unter uns liegende Mäandersystem bei Kvikkjokk.


Wir halten uns eine ganze Weile dort oben auf, suchen Schutz vor dem heftigen Wind in kleinen Kuhlen, entdecken mehrere kleine Moore und Moorseen und beginnen dann den Abstieg. Der ist dann schwieriger als der Aufstieg und für die lädierten Gelenke und Knochen ziemlich strapaziös. Unsere seit einigen Jahren bewährten Wanderstöcke leisten uns wieder mal gute Dienste.

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Aktualisiert am 17. Februar 2015