Kvikkjokk-Kabla Naturreservat

Blitzlicht

Kvikkjokk-Kabla fjällurskog

Im April 2004 erklärte die Provinzialregierung Norrbottens den „Kvikkjokk-Kabla fjällurskog“ [Fjäll = vergleichbar Bergtundra; urskog = Urwald] zum Naturreservat.

 

Das Reservat ist ein in Europa einzigartiges unberührtes Waldökosystem. Der Kvikkjokk-Kabla Gebirgsurwald ist Teil der Kette von Naturreservaten, die südlich der Gebirgskette des Sarek-Nationalparks und westlich des Padjelanta liegen. Es umfasst die beiden fjällnahen Reservate Stantar und Kabla (Gáblla) mit den umliegenden Fjällbirken- und Fjällnadelwäldern. 


Das Naturreservat liegt 70 km nordwestlich von Jokkmokk. Im Süden reicht der weiteste Ausläufer des Naturreservats bei Årrenjarka bis fast an den Saggat und das Pärlälven-Naturreservat heran. Nordwärts grenzt das Reservat an den Sarek Nationalpark. Nordöstlich verläuft die Grenze weiter am südlichen Ufer des Tjaktajaure. Westlich stößt das Naturreservat an die Hänge des Vallevare und des Valespiken nahe Kvikkjokk.


Galerie


Beschreibung

Das Naturreservat ist 49.197 ha groß, wovon 46.097 ha Landfläche sind. Mehr als 24.000 ha sind Nadel- oder Laubwald. 3.100 ha der Fläche sind Moorboden.


Die bergige Landschaft im Gebiet des Kvikkjokk-Kabla Gebirgsurwaldes entstand als die europäische Kontinentalplatte mit der nordamerikanisch-grönländischen Platte vor 425 Millionen Jahren kollidierte. Sedimentgesteine sowie vulkanische Gesteinsarten vom Meeresboden wurden zum Urgebirge zusammengepresst und zur Gebirgskette geformt.


Aufgrund der Größe des Reservats wird die Beschreibung in die beiden Teilgebiete Stantar und Kabla aufgeteilt, die vor der Reservatserweiterung im Jahre 2004 eigene Domainreservate bildeten. 

Stantar

Der westliche Teil des Reservats wird von Tjuoltavágges geprägt. Das wilde Tal mit dichten Kiefernwäldern verläuft etwa 20 km nach Nordwesten. An den Hängen des Tales stehen große Fjällbirkenwälder.

 

Obgleich der Boden ziemlich nährstoffarm ist, bestehen große Teile des Tales aus Wiesenwäldern mit üppigem Pflanzen- und Farnbestand. In den 50er Jahren wurden große Bereiche der Gegend von Birkenschädlingen heimgesucht, weshalb noch heute birkenfreie Pflanzenwiesen an den höherliegenden Talhängen zu sehen sind. 

 

Am Änokdelta, im Westen des Reservats, fließt der Tjuoltajåkkå in den Kamajåkkå. An den Hängen am Änokdelta gibt es alte Fichtenwälder und auch flechtenüberzogene Kiefernwälder. Große Teile des Waldes sind über 200 Jahre alt. Im Flusssystem des Änokdeltas kommen Otter vor.

 

Das Gebiet zwischen Sjnjerak, Kassavare und Kabla besitzt große, alte Nadelwaldbestände. An den Hängen des Njannja und des Kassavare ist deutlich erkennbar, dass zum Bergsockel hin kalkreiche Gesteinsarten überwiegen. In den Höhenlagen bestimmen dagegen festere Gesteinsarten wie Quarzit und Grünstein den Fels.

 

Entsprechend finden wir an den unteren Berghängen eine Vegetation, die mehr Kalk und andere Nährstoffe im Boden erfordert als in den Höhenlagen. In Kombination mit fruchtbarem Bergboden und südlicher Berglage wächst rund um den Kassavare, im südlichen Teil des Geländes, eine artenreiche Flora hervor. In der Gegend um den Kassavare leben auch Bären. Zu sehen sind sie (leider) nur sehr selten, ihre Spuren und Losung haben wir dagegen schön häufiger gesehen.

 

Rund um Årrenjarka stehen alte Kiefern- und Fichtenwälder. Die Landschaft östlich vom Sjnjerak ist eher kleinhügelig und seenreich. 

Kabla

Im östlichen Teil des Reservats liegt das 1.188 m hohe Kabla-Massiv. Die Kabla besteht in ihrer östlichen Hälfte meist aus Sedimentgesteinsarten, aber auch aus Quarzit und Grünstein. Die westliche Hälfte ist bedeutend jüngeres Fjällgestein.

 

In den höheren Lagen besteht die Vegetation aus trockenen, flechtenreichen Heiden, die in Wiesenheiden übergehen. Weiter unten an den Hängen breitet sich Nadelwald aus. Fjällbirken dominieren in der Übergangszone. An den Hängen ist eine üppige Wiesenvegetation zu sehen.

Alpen-Milchlattich und Nordischer Eisenhut reichen leicht bis an die Nasen der Wanderer. Beim Nordischen Eisenhut sollten Sie allerdings Ihre Nase nicht zu tief in die hochgiftige Pflanze stecken. An den Steilhängen wachsen Strauß-Steinbrech, Seidelbast (ebenfalls stark giftig), Johannisbeeren und Rotes Christophskraut. Echte kalkfordernde Pflanzen finden wir auch nahe des Gebirgsrandes: Silberwurz, Lappländische Alpenrose, Roter Steinbrech sind einige. Tiefer im Fjällbirkenwald gibt es den ungewöhnlich ausschauenden Blattlosen Widerbart und das sehr seltene Sibirische- oder Frauenfarn. 

 

Der größere Teil des Kablamassivs beinhaltet aber magere Vegetation mit Gras- und Weidenbewuchs. Auf im Winter schneefreien und schneearmen Stellen wachsen Alpenazalee, Diapensia, Berg- oder Blauheide und Bärentraube. 

 

Die gesamte Umgebung ist wegloses Land, eine richtige Wildnis. Aber wenn man sorgfältig schaut, erkennt man viele menschliche Spuren aus alter Zeit.

 

Die Neusiedler ernteten Heu im Moor und bedeutend ältere samische Wohnplätze sowie Rentierfanggruben zeugen von einer alten Kulturlandschaft. Die Kabla ist besonders im Herbst und im Frühling das Rentierweidegebiet des Jåkkåkaska-Samendorf. 

 

Das Kabla-Gebiet ist auch für seinen Wildreichtum bekannt. Kabla ist Bärenland und die großen Raubtiere suchen gerne die Nähe der Rentierherden. Die Chancen, einen Bären zu sehen, sind aber auch hier gering. Auch Vielfraß und Luchs zeichnen ihre Spuren im Winter in den Schnee. Späht man in den Himmel, sieht man vielleicht Steinadler, Seeadler, den nordischen Raufußbussard oder Falken auf Beutejagd. 

Mehr Infos zum Kvikkjokk-Kabla fjällurskog

Tageswanderungen in der näheren Umgebung

Auf den Nammatj
Auf den Nammatj
Auf den Prinskullen
Auf den Prinskullen
Arrenjarka
Arrenjarka
Auf den Snjerak
Auf den Snjerak
Kvikkjokks alte Siedlung
Kvikkjokks alte Siedlung
Kvikkjokksleden
Auf dem alten Postweg

Wasserfall Brudslöjan
Zum Wasserfall Brudslöjan
Kvikkjokk Kirche
Kvikkjokks Kirche
Zur Mühle und den  Mühlenteichen
Zur Mühle und den Mühlenteichen
Wege zum Kassavare
Wege zum Kassavare
Eine Tour durch das Kvikkjokksdelta
Eine Tour durch das Kvikkjokksdelta
Pärlälven Naturreservat
Pärlälven Naturreservat

Kvikkjokk
Kvikkjokk

Aktualisiert am 17. Februar 2015