Sumpfporst

Rhododendron tomentosum, Syn.: Ledum palustre L.

Schwedisch: Skvattram; Syn.: Getpors, Vildpors 

Norwegisch: Finnmarkspors

Fnnisch: Suopursu

Englisch: Labrador-tea



Der Sumpfporst zählt zur Familie der Heidekrautgewächse Ericaceae. Er ist die Provinzblume von Nord-Ostbottnien, Finnland. 



Name

Bevor festgestellt wurde, dass der Sumpfporst zu den Rhododendren gehört, verwendete man den wissenschaftlichen Namen Ledum palustre. Heute ist die exakte botanische Bezeichnung Rhododendron tomentosum. Ledum palustre wird als Synonym gebräuchlicherweise weitergeführt.


Der Gattungsname Ledum stammt von dem alten griechischen Namen der Pflanze, ledon ab. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung im griechischen ledos für Wollstoff und bezieht sich auf die filzige Behaarung der Pflanze.[1]


Der Artname palustre verweist darauf, dass der Strauch in Sümpfen wächst.


Seines harzigen, intensiven Geruchs wegen wurde der Sumpfporst auch Kien- und Tannenporst genannt. Wie nur wenige Pflanzen hat der Sumpfporst eine Fülle von volkstümlichen Namen. Wikipedia führt folgende an:

Altseim, Baganz, Bagen, Bagulnik, Bienenheide, Borse, Brauerkraut, Flohkraut, Flohkrebs, Gichttanne, Gränze, Gruitkraut, Gruiz, Grund, Gruut, Hartheide, Heidenbienenkraut, Kein-Porst, Kiefernporst, Kühnporst, Kühnrost, Morose, Mottenkraut, Mutterkraut, Pors, Porsch, Porst, Porstkraut, Post, Postkraut, Purst, Rausch, Rosmarinkraut, Rosskraut, Sächsische Edelweiß, Sautanne, Schweineposse, Tannenporst, Waldrosmarin, Wanzenkraut, Weiße Heide, Wilder Rosmarin, Zeitheide, Bieneheide oder Zeitheil.


In Skandinavien sind die Bezeichnungen: Getpors, Getpores, Ledumpors, Lunner, Sqvattram und Suatram gebräuchlich.[2] 

Beschreibung

Der Sumpfporst ist ein mehrjähriger, 50 - 100 cm hoher aufrechter Strauch. Die Zweige sind rostbraun und unterseits filzig behaart, die ledrigen Laubblätter haben eine schmale lanzettliche Form und sind immergrün. Sie sind an den Rändern zurückgerollt. Seine intensiv duftenden und leuchtend weißen Blüten sitzen in einer aufrechten, endständigen Dolde und haben 5 getrennte Blütenblätter und zehn lange Staubblätter. 

Vorkommen

Der Sumpfporst wächst in nährstoffarmen Mooren und Moorwäldern (Hauptvorkommen).


Er ist selten geworden, da ihm durch Trockenlegung immer mehr Lebensraum entzogen wird. In Deutschland gilt er als gefährdet. 


Blütezeit ist von Juni bis Juli. 

Verwendung

Sumpfporst enthält giftige ätherische Öle, der wichtigste Bestandteil ist das Ledol.


Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Magen- und Darmentzündungen mit Durchfall, Schweißausbrüche und Muskelschmerzen. Der Patient verspürt starken Schlafdrang und kann auch in rauschartige Zustände verfallen. Todesfälle sind aber nicht bekannt. Auch ist eine Vergiftung mit Sumpfporst heutzutage, seiner Seltenheit wegen und weil er nicht mehr dem Gerstensaft zugesetzt wird, äußerst unwahrscheinlich.


Auch in Deutschland erhielt einst das Bier seine Würze durch diesen aromatischen Strauch. Seiner Neben- und Nachwirkungen wegen wurde der Sumpfporst später als Brauzusatz verboten.[4] [5]


Im 18. Jahrhundert wurde der Sud aus den jungen Pflanzentrieben und Blüten von schwedischen Ärzten in die Medizin eingeführt. Man nutzte seine schweiß- und harntreibende sowie bei Husten auswurffördernde Wirkung. Er diente außerdem als Brechmittel und in Kleiderschränken war er der Schreck aller Motten und Läuse. 


Noch heute wird Sumpfporst in der Homöopathie bei Rheuma, Arthritis und Gicht verwendet. Ihm wird auch eine lindernde Wirkung bei Hautkrankheiten zugeschrieben.


Die auf der Haut zerriebenen weißen Blüten des Sumpfporsts verströmen einen starken Duft und werden von der Bevölkerung Lapplands seit altersher als Mückenmittel genutzt. 

Auf Linnés Fußspuren

In Jokkmokks Fjälltrådgården ist folgendes zum Sumpfporst von Carl von Linné überliefert: 


"Das gesamte Gewächs hat einen eigenwilligen, fast durchdringenden, unbehaglichen Geruch, der einem verdächtig vorkommt.


Die Bauern im oberen Dalarna haben es zuweilen anstelle von Hopfen verwendet, aber die Pflanze verursachte einen gründlichen Rausch, von vollständiger Betrunkenheit begleitet und darauf folgten ferner schwere Kopfschmerzen" [3] 

Textverweise

[1] Nationalpark Sächsische Schweiz; URL: http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/der-nationalpark/naturraum/pflanzen-2/montane-arten/der-sumpfporst-ledum-palustre-l/ (abgerufen am 27.09.14) 

[2] Wikipedia, die freie Enzyklopädie; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Sumpfporst (abgerufen am 27.09.14)

[3] Jokkmokks Fjälltrådgården, Ausstellung zum 300. Geburtstag von Carl von Linné "Vandring i Linnés fotspår" 

[4] Finnlands Flora und Fauna und Wikipedia, die freie Enzyklopädie; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Sumpfporst (abgerufen am 27.09.14) und http://www.luontoportti.com/suomi/de/kukkakasvit/sumpfporst (abgerufen am 27.09.14)

[5] vgl. Samuel Hahnemanns Apothekerlexikon Im www veröffentlicht unter http://buecher.heilpflanzen-welt.de/Hahnemann-Apothekerlexikon/s/sumpfporst.htm (abgerufen am 27.09.14) 

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Aktualisiert am 25. Juli 2017