Mittleres Wintergrün

Pyrola media L.

Schwedisch: Klockpyrola

Norwegisch: Klokkevintergrøn

Fnnisch: Kellotalvikki

Englisch: Intermediate Wintergreen



Das Mittlere Wintergrün, Pyrola media, ist eine mehrjährige, wintergrüne krautige Pflanze aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Früher wurden sie als eigene Familie der Wintergrüngewächse (Pyrolaceae) behandelt, heute werden sie zu der Unterfamilie Monotropoideae gerechnet. 



Name

Der Name Wintergrün kommt von den wintergrünen Rosettenblättern. 

Beschreibung

Der 10 bis 30 Zentimeter lange, gerade aufwachsende Stängel ist grün oder rötlich überlaufen.


Die 3 bis 5 cm langen, ledrigen Blätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet. Sie sind eiförmig und fein gesägt. Das Mittlere Wintergrün hat größere und gebeulte Rosettenblätter als das kleine Wintergrün. Die Rosettenblätter liegen später am Boden an. 


Die weißen oder rosafarbenen Blumenblätter schließen sich fast kugelig zu einer kleinen, runden Glocke zusammen und gleichen dadurch dem Kleinen Wintergrün. Das Kleine Wintergrün ist aber deutlich kleiner und ihre Blüten sind nur halb so groß.


Unterscheidungsmerkmale zum Kleinen Wintergrün

Das Mittlere Wintergrün erkennt man an seinen großen und gebeulten, später am Boden anliegenden Rosettenblättern. Früher wurden aus den lederartigen, festen Blättern Kränze gebunden, heute ist die Nutzung der Pflanze zum Schutz vor weiterer Bestandsvernichtung nicht mehr erlaubt.


Von den anderen Wintergrünarten unterscheidet sich das Kleine Wintergrün auf Grund seiner kleinen Größe, der kugelförmigen Blüten und dem Griffel, der kürzer als die Krone und höchstens so lang wie der Fruchtknoten ist. In der Blüte sieht man den Griffel fast nicht. Die Blüten des kleinen Wintergrüns sind nur halb so groß wie die des Mittleren Wintergrüns. 

Vorkommen

In der Gattung der Wintergrünpflanzen (Pyrola) gibt es 35 Arten, alle in den kühl-gemäßigten und den subarktischen Regionen auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Pflanze bevorzugt nährstoffarme, schwach saure Böden. Dabei darf der Boden durchaus auch schwach lehmig und feucht sein. Alte, hochkronige Kiefern- und Eichen- oder Buchen und Birkenwälder sind die bevorzugten Standorte 

Symbiose mit Wurzelpilzen

„Die auf dem Waldboden sitzenden kleinen Blattrosetten können nur zu leicht von schnell- und höherwüchsigen Gräsern und Zwergsträuchern (wie Blaubeere und Krähenbeere), auch von starkem Mooswachstum geschwächt und schließlich überwuchert werden.


Neben dieser Konkurrenzschwäche ist es wohl ein zweiter Faktor, der diese graziöse Waldbodenpflanze an größerer Ausbreitung hindert. Es ist ihre Abhängigkeit von der Gegenwart eines bestimmten Wurzelpilzes, der – im Boden vorhanden – ihre Wurzeln mit dichtem Filz umspinnt, in das Wurzelgewebe, in die Zellen der Rinde eindringt und dort verdaut wird.


Das Kleine Wintergrün [ebenso wie das Mittlere Wintergrün, d.A.] versorgt sich so zusätzlich mit Wasser, Mineralien, Eiweißen und liefert dem Pilz u.a. Kohlenhydrate aus der Photosyntheseproduktion in ihren grünen Blättern.


Ein solches Abhängigkeitsverhältnis mit gegenseitigem Nutzen nennt man Symbiose, in diesem Falle also eine Wurzelpilz-Symbiose (Mykorrhiza).“ 


Aus: Mitteilungsblatt des AKN (Arbeitskreis Naturschutz in der Samtgemeinde Tostedt e.V.), Nr.18 (2/03). 

Quellen und weitere  Informationen

Mehr Pflanzen mit weißer Blütenfarbe


Aktualisiert am 21. Februar 2015