Kleines Wintergrün

Pyrola minor L.

Schwedisch: Klotpyrola

Norwegisch: Perlevintergrøn

Fnnisch: Pikkutalvikki

Englisch: Common Wintergreen



Die Wintergrüne sind mehrjährige, wintergrüne krautige Pflanzen aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Früher wurden sie als eigene Familie der Wintergrüngewächse (Pyrolaceae) behandelt, heute werden sie zu der Unterfamilie Monotropoideae gerechnet. 



Name

Wenn man mit einem Handschuh den Schnee von den kleinen Pflanzen wegnimmt, so findet man grüne, lederartige Blätter an ihrer Basis. Die Wintergrün-Arten besitzen also wintergrüne Blätter, daher der allen gemeinsame Name Wintergrün. 

Beschreibung

Der 10 bis 25 Zentimeter lange, gerade aufwachsende Stängel ist grün oder rötlich überlaufen und blattlos.


Die ledrigen Blätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet. Sie sind eiförmig und fein gesägt. 


Die weißen bis rosafarbenen, kugeligen Blüten des Kleinen Wintergrüns erscheinen in Mittel- und Nordeuropa von Juni bis Juli. 5 bis 20 Kugeln bilden eine Blütentraube. Es handelt sich dabei um nektarlose Glockenblüten. Sie besitzt fünf nicht verwachsene und an der Spitze zusammengedrückte Blütenblätter.


Von den anderen Wintergrünarten unterscheidet sich das Kleine Wintergrün auf Grund seiner kleinen Größe, der kugelförmigen Blüten und dem Griffel, der kürzer als die Krone und höchstens so lang wie der Fruchtknoten ist. In der Blüte sieht man den Griffel fast nicht. 


Unterscheidungsmerkmale Kleines und Mittleres Wintergrün

Von den anderen Wintergrünarten unterscheidet sich das Kleine Wintergrün auf Grund seiner kleinen Größe, der kugelförmigen Blüten und dem Griffel, der kürzer als die Krone und höchstens so lang wie der Fruchtknoten ist. In der Blüte sieht man den Griffel fast nicht.


Die Blüten des kleinen Wintergrüns sind nur halb so groß wie die des Mittleren Wintergrüns. 

Symbiose mit Wurzelpilzen

„Die auf dem Waldboden sitzenden kleinen Blattrosetten können nur zu leicht von schnell- und höherwüchsigen Gräsern und Zwergsträuchern (wie Blaubeere und Krähenbeere), auch von starkem Mooswachstum geschwächt und schließlich überwuchert werden. Neben dieser Konkurrenzschwäche ist es wohl ein zweiter Faktor, der diese graziöse Waldbodenpflanze an größerer Ausbreitung hindert. Es ist ihre Abhängigkeit von der Gegenwart eines bestimmten Wurzelpilzes, der – im Boden vorhanden – ihre Wurzeln mit dichtem Filz umspinnt, in das Wurzelgewebe, in die Zellen der Rinde eindringt und dort verdaut wird.


Das Kleine Wintergrün versorgt sich so zusätzlich mit Wasser, Mineralien, Eiweißen und liefert dem Pilz u.a. Kohlenhydrate aus der Photosyntheseproduktion in ihren grünen Blättern.


Ein solches Abhängigkeitsverhältnis mit gegenseitigem Nutzen nennt man Symbiose, in diesem Falle also eine Wurzelpilz-Symbiose (Mykorrhiza).“


Zitiert aus: Mitteilungsblatt des AKN (Arbeitskreis Naturschutz in der Samtgemeinde Tostedt e.V.), Nr.18 (2/03). 

Gefährdung und Gefährdungsursachen

Das Kleine Wintergrün ist in seinem Bestand in Deutschland gefährdet. Die Hauptursache für den Bestandsrückgang liegt im Verlust nährstoffarmer, naturnaher Waldbereiche durch Aufforstung mit standortfremden Baumarten oder Nährstoffeintrag über die Luft. Dagegen profitiert es durch die Ausweitung von Kiefernmonokulturen. 

Vorkommen

In der Gattung der Wintergrünpflanzen (Pyrola) gibt es 35 Arten, alle auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Pflanze bevorzugt nährstoffarme, schwach saure Böden. Dabei darf der Boden durchaus auch schwach lehmig und feucht sein. Alte, hochkronige Kiefern- und Eichen- oder Buchen und Birkenwälder sind die bevorzugten Standorte. 

Quellen und weitere  Informationen

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Aktualisiert am 21. Februar 2015