Augentrost

Euphrasia spp.

Schwedisch: Ögontröst; Synonyme: finnögontröst (ssp. fennica), ängsögontröst (ssp. montana), Stor ögontröst

Norwegisch: Augnetrøst

Fnnisch: Ahosilmäruoho

Englisch: Eyebrights



Synonyme: E. officinalis L. ssp. rostkoviana (Hayne) F. Towns., E. rostkoviana Hayne ssp. pratensis Asch. & Graebn. (ssp. rostkoviana), E. fennica Kihlm., E. officinalis L. (ssp. fennica), E. montana Jord., E. officinalis L. ssp. monticola Silverside (ssp. montana)

 

Die Gattung Augentrost (Euphrasia) gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Die Gattung wird in mehrere Arten unterteilt, deren Abgrenzung teilweise problematisch ist. Alleine in Schweden kennt man neun Euphrasia-Arten. Carl von Linné verwendete ursprünglich für alle Augentrost-Arten den Namen Euphrasia officinalis.[1]



Name

Für den botanischen Namen steht das griechische Wort euphrainein Pate, was so viel wie Wohlbefinden, jubeln, freuen bedeutet. Es dürfte auf die Zeichnung der Blüten zurückzuführen sein, wo man die „Signatur" eines freundlich blickenden Auge erkannt haben will. [2]

Der Artname officinalis kann mit „in der Medizin verwendet“ übersetzt werden und bezeichnet Pflanzen mit einer arzneilichen Wirkung.[3]


Die deutsche Bezeichnung Augentrost wird ebenfalls mit der Signaturlehre in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich scheint aber, dass sich der deutsche - wie die meisten Landesnamen - von der Heilwirkung der Pflanze als Mittel gegen Augenleiden ableitet.


Volkstümliche Namen im deutschen Sprachraum sind: Augendank, Augenkraut, Augustinus(-er)kraut, Gibinix, Grummetblume, Herbstblümle, Heuschelm, Hirnkraut, Lichtkraut, Milchdieb, Milchschelen, Nitnützle, Ohmdfresser, Spöttlich, Weiddieb, Wegleuchte, Wiesenwolf. Die Trivialnamen Wiesenwolf und Milchdieb wurden dem Augentrost gegeben, weil er mit seinen Saugwurzeln benachbarten Pflanzen Nährstoffe entzieht und dadurch Gräser schlechter wachsen, was dann einen schlechteren Milchertrag nach sich ziehen könnte.[4]

Beschreibung

Der Augentrost ist eine einjährige, niedrig wachsende, 5 bis 15 cm, zuweilen auch bis 30 cm hohe Pflanze.

Der Stängel ist aufrecht mit feinen Härchen.


Die elliptischen bis eiförmigen, hellgrünen Blätter sind gegen- oder wechselständig -letzteres meist im unteren Bereich - und für gewöhnlich sitzend. Sie sind beidseitig am Rand gezähnt und an der Unterseite kurz behaart.


Die 5 bis 7 mm kleinen Blüten sind weiß und bläulich geädert. Sie haben eine violette zweiteilige Oberlippe, die kürzer ist als die dreiteilige Unterlippe mit ihrem auffälligen gelben Schlundfleck.


Die Vertreter der Augentroste sind Halbschmarotzer, die mit ihren Saugwurzeln den Wurzeln benachbarter Pflanzen (meist Gräser) Wasser und Nährsalze entziehen.

Vorkommen

Am Wohlsten fühlen sie sich auf feuchten, nährstoffarmen Wiesen und Moorwiesen, aber auch im Schatten von Gebüschen.

Blütezeit ist etwa von Juli bis August. Der Augentrost wächst in ganz Europa, in Nordwestasien sowie in Ostamerika. Augentroste haben je nach Art unterschiedliche Verbreitungsgebiete.

Verwendung in der Volksheilkunde

In der Hauptsache findet Augentrost äußerliche Anwendung bei entzündeten oder geschwächten Augen.[5] Verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile. Innerlich wird er als hustenlösender bzw. -lindernder Tee eingesetzt, aber auch bei Halsschmerzen.


Die Verwendung bei Augenleiden begründet sich vermutlich das einem entzündetem Auge ähnliche Aussehen der Blüten (Signaturenlehre). Ausschließlich in der Volksheilkunde und Homöopathie werden Zubereitungen aus dem Augentrostkraut verwendet. Von einer Anwendung selbst hergestellter Augenbäder ist wegen einer möglichen Keimbelastung aber dringend abzuraten![5]

Textverweise

[1] Den virtuella floran - Naturhistoriska riksmuseet

[2] W. ARNOLD (Leissigen - CH) und Heilpflanzen aus aller Welt

[3] Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Professur für Forstbotanik: Erklaerung von botanischen Gattungsnamen der Gefaesspflanzen Europas nach nach Prof. Dr. Guido Benno Feige; WISSENSCHAFTLICHE GATTUNGSNAMEN DER GEFÄSSPFLANZEN MITTELEUROPAS UND IHRE BEDEUTUNG, G. B. FEIGE, April 1996, 3. vollständig überarbeitete und wesentlich ergänzte Auflage, Botanisches Institut und Botanischer Garten der Universität - Gesamthochschule - Essen und Massachusetts Medical Society, MMS Gardens

[4] Wikipedia, die freie Enzyklpädie

[5] Kleine Kräuter-Apotheke-ein historisches Kräuterlexikon

Quellen und mehr Informationen zum Augentrost

Året–Runt–Floran, Vilda Blommor Sommar och Vinter; Pelle Helmberg, Anders Rapp; Prisma-Bookverlaget, Stockholm 2003

 

... und im Netz:

Mehr Pflanzen mit weißen Blütenfarbe


Aktualisiert am 19. Februar 2015