Alpen-Gänsekresse

Arabis alpina L.

Schwedisch: Fjälltrav; Vanlig fjälltrav (var. alpina), Kal fjälltrav (var. glabrata) 

Norwegisch: Kal fjälltrav (var. glabrata 

Fnnisch: Tunturipitkäpalko 

Englisch: Alpine Rock-cress



Die schöne Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae, ehemals Cruciferae). 



Name

Der Artname alpina verweist auf das hauptsächliche Vorkommen der Pflanze in alpinen, gebirgigen Gegenden.


Der Gattungsname arabis bedeutet aus Arabien. Helmut Genaust schreibt dazu in seinem "Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen": „… dies als arab. Namen der Kresse aufzufassen, ist absurd, da die Sippe weder in Arabien beheimatet noch ein arab. Wort dafür vorhanden ist (...)“[1]


Zumindest was den Ursprung der Pflanze angeht, scheint Helmut Genaust zu irren: In seinem Artikel für die Universität Heidelberg „Die Gene lassen in die Vergangenheit der Pflanzen blicken und verraten ihre künftigen Entwicklungswege“ zeigt Marcus A. Koch, Professor am Institut für Botanik der Universität Heidelberg, die Verbreitung von Arabis alpina über den euroasiatischen und afrikanischen Raum und die Herkunft der Pflanze in Kleinasien auf.[2] 

Beschreibung

Die Alpen-Gänsekresse ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Sie wird in Nordskandinavien zwischen 10 und 40 cm hoch. Der aufsteigende bis aufrechte und rau behaarte Stängel besitzt eine grundständige Blattrosette.


Die unteren Blätter sind kurz gestielt, an den Rändern spitz gezähnt und in Rosetten angeordnet. Die oberen Stängelblätter sind wechselständig und sitzend stängelumfassend.


Die Ränder sind grob gezähnt.


Die weißen, duftenden Blüten stehen in einer dichten Traube. Die Blumenkrone wird aus den weißen, etwa 7 bis 10 mm langen Kronblätter gebildet. Die vier grünen Kelchblätter sind 3-4 mm, am Ende spitz und am Grund verdickt. Die Pflanze hat sechs Staubblätter. Die Früchte sind Schoten von meist 2–6 cm Länge auf kurzen, schräg-aufrecht abstehenden Stielen. Die reifen Samen fallen noch bis spät in den Herbst heraus. Die Pflanze blüht für gewöhnlich erst im Alter von mehreren Jahren.[3] 

Vorkommen

Arabis alpina ist in den europäischen Gebirgen und der arktischen Tundra bis in eine Höhenlage von 2000 m im Fjäll und über 3000 m in den Alpen verbreitet. Die kalkliebende Pflanze gedeiht am Rand von fließendem Wasser und feuchten, kiesigen Stellen in der Birken- und Nadelwaldregion der Bergregionen. 


In den Alpen ist die Alpen-Gänsekresse weit verbreitet. In den süddeutschen Mittelgebirgen finden sich einige Vorkommen, in den nord- und ostdeutschen Mittelgebirgen ist sie selten. 


Blütezeit ist üblicherweise von Ende Juni bis August. 

Textverweise

[1] Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Nikol Verlag; Auflage: 3., vollst. überarb. und erw. A. (18. August 2005) ISBN-10: 3937872167. Auszüge sind [hier] als Google Buch veröffentlicht (abgerufen am 26.09.14) 

 

[2] Prof. Dr. Marcus A. Koch: Zurück in die Zukunft - Die Gene lassen in die Vergangenheit der Pflanzen blicken und verraten ihre künftigen Entwicklungswege. Universität Heidelberg; http://www.schattenblick.de/infopool/natur/botanik/nbofo195.html (abgerufen am 26.09.14) 

 

[3] Bundesamt für Naturschutz (BfN): FloraWeb - Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands ; http://www.floraweb.de/pflanzenarten/druck.xsql?suchnr=514&sipnr=514& (abgerufen am 26.09.14) und NatureGate - Finnlands Fauna und Flora; http://www.luontoportti.com/suomi/de/kukkakasvit/alpengansekresse (abgerufen am 26.09.14) und Blumen in Schwaben, Pflanzenbestimmung – online: http://blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Kreuzbluetler/gaensekresse.htm#4 (abgerufen am 26.09.14) 

Weitere Quellen und Informationen

Mehr Pflanzen mit weißer Blütenfarbe


Aktualisiert am 20. Februar 2015