Sumpf-Läusekraut

Pedicularis palustri L.

Schwedisch: Kärrspira

Norwegisch: Vanlig myrklegg 

Fnnisch: Luhtakuusio

Englisch: Marsh Lousewort




Name

Der Name bezieht sich wohl darauf, dass früher aus dem Sumpfläusekraut ein Sud gegen Tierläuse gekocht wurde. Das Läusekraut enthält eine scharf schmeckende Substanz, die besonders für Insekten giftig ist.


Nomen est omen beim Artnamen: Das Sumpf-Läusekraut wächst an feuchten Standorten, meist in Niedermooren mit relativ konstantem Wasserstand. 

Beschreibung

Das Sumpf-Läusekraut gehört zur Gattung Läusekraut (Pedicularis) in der Familie der Sommerwurzgewächse – Orobanchaceae. 


Die zweijährige krautige Pflanze wird zwischen 15 und 40, selten bis 80 cm hoch. Der hohle, aufrechte Stängel ist fast kahl, meist braun-rötlich, geringfügig verästelt, wobei die kleinen Ästchen meist mit Blüten besetzt sind.


Die kurzstieligen Laubblätter stehen wechselständig und im Gegensatz zum einfach gefiederten Wald-Läusekraut, zweifach fiederspaltig. Die Grundrosette wird von langstieligen Blättern gebildet. Die Blattform ist eiförmig-linealisch, fiederspaltig, gezähnt oder eingeschnitten.


Die rotbraunen dekorativen Triebe und die rosarot bis violetten, selten gelblich-weißen, Blüten des Sumpf-Läusekrauts sind in den Sümpfen und Mooren des Nordens unverwechselbar. Die Blüten bilden eine zweiseitig symmetrische Ähre. Die kleinen Blüten sind etwa bis 22 mm lang. Sie sind hahnenkammartig, mit einer schiefen, sichelförmig gekrümmten Oberlippe und stehen einzeln oder paarweise an einer Blattfalte und nur dicht am oberen Teil des Stängels. Die Unterlippe ist dreilappig. 


Die Kapselfrucht ist kugelig bis eiförmig. 


Das Sumpf-Läusekraut ist ein Halbschmarotzer und entzieht mit Hilfe seiner Saugwurzeln den Wurzeln benachbarter Gräser Nährstoffe, weil der Nährstoffgehalt seiner Lebensumgebung, nährstoffarme Sumpfwiesen und Moore, nicht ausreicht. 

Vorkommen

„An den Nektarvorrat des Sumpfläusekrauts gelangen nur die kräftigsten Insekten wie Hummeln und Bienen. Die Hummel muss auf der unteren Lippe der Blumenkrone der Blüte landen, sich in die Blüte hineinschieben und kräftig gegen die obere Lippe drücken, um an den Nektar zu kommen. Auf diese Weise lässt das Insekt die Staubblätter der Blüte hervorschnellen und bestäubt die Pflanze, während es gleichzeitig seine Nektarvorräte auffüllt. Der Pflanzenstängel verholzt und bleibt als Wintersteher erhalten.“[1]


Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.


Das Sumpf-Läusekraut ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. 

Textverweise

NatureGate – LuontoPortti; URL: http://www.luontoportti.com/suomi/de/kukkakasvit/sumpflausekraut (abgerufen am 11.11.14) 

Weitere  Informationen

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Aktualisiert am 21. Februar 2015