Krähenbeere

Empetrum nigrum agg., Empetr. hermaphroditum L.

Schwedisch: Kråkbär (Empetrum nigrum) 

Norwegisch: Krekling (Empetrum nigrum) 

Fnnisch: Variksenmarja (Empetrum nigrum) 

Englisch: Crowberry (Empetrum nigrum) 



Schwarze Krähenbeere, Zwittrige Krähenbeere


Beide Krähenbeerarten gehören zur Gattung Empetrum (Krähenbeere) der Familie Empetraceae (Krähenbeerengewächse) innerhalb der Ordnung Ericales (Heidekrautartige).[1] 



Name

Die Namensableitung des Gattungsnamen Empetrum wird unterschiedlich wiedergegeben. Einerseits als Bezug zum mageren Wuchsort in der Bedeutung „auf dem Fels wachsend“[2] und andererseits als Ableitung aus dem lateinischen empetros herba und dem altgriechischen émpetron, womit in der Antike Heilpflanzen bezeichnet wurden, die gegen Blasensteine eingesetzt wurden.[3]


Einfacher ist die Herleitung des Artnamens nigrum vom lateinischen niger (schwarz) was sich auf die Farbe der Beere bezieht.


Der deutsche (Krähenbeere) und der schwedische (Kråkbär) Name nehmen Bezug auf die Verdauungsverbreitung durch Krähen. Im deutschen Sprachraum wird die Schwarze Krähenbeere auch noch Schwarzbeere genannt, die Zwittrige Krähenbeere in Österreich auch Zwitter Krähenbeere. 

Beschreibung

Die Krähenbeere ist ein immergrüner, niedriger Strauch von etwa 10–30 cm Höhe. 


Die nadelartigen Blätter sitzen wechselständig. Die Blattspreite sind 3–7 mm lang und hohl, der Rand ist nach unten gewunden. Unterseits ist ein heller behaarter Streifen sichtbar.


Die eher unscheinbare Blüte besitzt sowohl drei Kelch- als auch drei sehr kleine, rosa- (bei den männlichen Blüten) oder purpurfarbene Blütenblätter (bei den weiblichen Blüten). Die drei Staubblätter sind blaurot und etwa 1,5 cm lang. Die Blüten sitzen in den Blattachseln.

Empetrum nigrum und Empetrum hermaphroditum entwickeln essbare, glänzend schwarze Beeren.


Bei der Unterart ssp. nigrum befinden sich Staub- und Stempelblüten auf getrennten Exemplaren (zweihäusig), während bei der Zwittrigen Krähenbeere (ssp. hermaphroditum) Staub- und Stempelblüten sich in denselben Blüten befinden (einhäusig). Die in Lappland (übrigens auch in den Alpen) meist vorkommende Zwittrige Krähenbeere ist vom Ertrag her ergiebiger als die südliche Subspezies ssp. nigrum, auch sind die Beeren im Geschmack besser. Vom Aussehen her ist sie etwas dunkler und dichter verzweigt.


Bei der Unterscheidung der Schwarzen zur Zwittrigen Krähenbeere hilft die auf wunderbares-lappland.de schon mehrfach erwähnte website Flora-de: Flora von Deutschland (ehed. blumeninschwaben.de) von Thomas Meyer.[4] 

Vorkommen

Die Pflanze wächst zirkumpolar, häufig teppichartig auf magerem Sandboden, in nährstoffarmen Mooren und Moorwäldern, an Felsen und in kargen Kiefernbruchwäldern. Die Schwarze Krähenbeere unterteilt sich in Skandinavien in zwei Unterarten, von denen im südlichen und mittleren Skandinavien die Unterart ssp. nigrum vorherrscht und in den nördlichen Gebieten, insbesondere Lappland, die Zwittrige Krähenbeere (ssp. hermaphroditum).


Blütezeit ist von etwa Mai bis Juni. Bis Mitte Juli wachsen dann zahlreiche schwarze Beeren heran und bis in den Winter können die reifen Beeren geerntet werden. 

Verwendung

Die – wie wir meinen – ziemlich faden Beeren haben einen leicht säuerlich bitteren Geschmack. In Nordeuropa werden die Beeren ähnlich den Blau- und Preiselbeeren in großen Mengen gesammelt und als Saft, Kompott oder Süßspeisen verwendet. Sie sind reich an Vitamin C und wurden in früheren Zeiten auch als Mittel gegen Skorbut und dank ihres Gerbstoffgehaltes gegen Durchfall verwendet.

Die Krähenbeere wurde in Lappland als Färbepflanze verwendet. Daneben wurde aus ihrem Reisig Besen und Bürsten gemacht oder er wurde als Brennstoff genutzt.


Aus der Krähenbeere lässt sich auch ein anständiger Ansatzbranntwein machen. In Skandinavien nicht die schlechteste Lösung zur Verwendung der Beeren. Hier ein Rezept dazu: Ein Glas- oder Tongefäß mit den Beeren füllen, Wodka oder klaren Schnaps darüber gießen, einen Löffel Honig hinzu. Nun muss der Krähenbeerenschnaps lange ziehen. Am besten 3-6 Monate, danach den Angesetzten durch ein Sieb geben … Skål! 


Unter der Überschrift „Wachsendes Interesse für Krähenbeeren“ sendete SR International – Radio Schweden am Donnerstag, 13 August 2009, einen Bericht zur (vermuteten) wachsenden Bedeutung der Krähenbeere und einer möglichen, großangelegten industriellen Verwertung in Nordschweden. Angeführt wird das Arbeitsplatz-Argument im strukturschwachen Nordschweden. Argumentiert wird auch mit den angeblichen gesundheitlichen Vorzügen sogenannter Antioxidantien. Das ganze unterlegt mit laufenden Forschungen im fernen Japan zur Verwendung der Krähenbeere und dem hoffnungsvollen Herbeisehnen ungeahnter industrieller Entwicklungsmöglichkeiten bei der Beerenverwertung.[5] 

Textverweise

[1] vgl. zur Taxonomie dazu auch FloraWeb - Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands; URL: http://www.floraweb.de/pflanzenarten/taxonomie.xsql?sipnr=2103& (abgerufen am 07.10.14)

[2] vgl. dazu NatureGate – LuontoPortti, Finnlands Flora und Fauna; URL: http://www.luontoportti.com/suomi/de/kukkakasvit/schwarze-krahenbeere (abgerufen am 07.10.14)

[3] vgl. dazu Wikipedia, die freie Enzyklopädie; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4henbeeren#cite_note-0 (abgerufen am 07.10.14)

[4] vgl. dazu Thomas Meyer - Flora-de: Flora von Deutschland (ehed. blumeninschwaben.de); URL: http://blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/xKleineFamilien/kraehenbeerengewaechse.htm#2 (abgerufen am 07.10.14)

[5] siehe dazu den Sendebericht von Donnerstag, 13 August 2009 „Wachsendes Interesse für Krähenbeeren“ von SR International – Radio Schweden; als Druckversion veröffentlicht auf SR International – Radio Schweden; URL: http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=2108&artikel=3029278 (abgerufen am 07.10.14) 

Weitere  Informationen

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Aktualisiert am 24. Februar 2015