Glocken-Heide

Erica tetralix L., syn. Erica botuliformis, Tetralix septentrionalis 

Schwedisch: Klockljung, syn. vanlig klockljung 

Norwegisch: Klokkelyng

Fnnisch: Kellokanerva

Englisch: Cross-leaved Heath




Name

Der botanische Gattungsname Erica leitet sich vom lateinischen „erice“ ab und ist die gebräuchliche Bezeichnung für Heidekraut.


Der Artname tetralix bedeutet so viel wie vierfach gewunden, vierfach gegliedert, worauf auch der alte Namen Viergliedrige Glockenheide hinweist.[1] 


Andere volkstümliche Namen im deutschen Sprachraum sind Gemeine Glockenheide, Bultheide, Sumpfheide, Torfheide, Moorheide, Moor-Glockenheide, Suerheid, Forchheide, Frühlingsheide und Fastheide. Regionale Bezeichnungen wie Doppheide, Toppheide und Dopphehe beziehen sich auf die Form der Blütenkrone. „Dopp“ bedeutet so viel wie „hohle Rundung“.[2] 

Beschreibung

Die Glocken-Heide, Erica tetralix, gehört zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae).


Der mehrjährige, wintergrüne Zwergstrauch wird zwischen 15 und 50 Zentimetern, in den nordischen Fjällgebieten meist aber nur 10 bis 20 cm hoch. Die jungen Äste sind rauhaarig, die älteren verholzend.


Die linealisch nadelartigen, grau-grünen Blätter werden zwischen 3 bis 6 Millimeter lang. Sie sind quirlig angeordnet, meist zu dritt oder viert und steifhaarig gewimpert. Der Blattrand ist abwärts-gerollt. 


Der Blütenstand ist endständig doldig, mit 5 bis 15 rosa bis beinahe pinkfarbenen Blüten. Die Krone der Blüten ist 6 bis 9 Millimeter lang und eiförmig zylindrisch, nickend krugförmig. Ein wichtiges Merkmal der Glockenheide sind die nicht sichtbaren Staubblätter. Die acht Staubblätter sind von der Krone vollständig umschlossen. Die abgeblühte Krone steht noch bis in den Winter an der Pflanze und wird braun-papierartig. 

Vorkommen

Die Art hat eine deutlich westliche Verbreitung im atlantischen Europa, kommt aber stellenweise auch noch in Polen vor. In Deutschland bildet das Nordwestdeutsche Tiefland den Schwerpunkt.


Die Glockenheide kommt hauptsächlich in nährstoffarmen, feuchten Sand- und Moorboden aber auch auf feuchten Wiesen und an sumpfigen Teichrändern vor.


Die Pflanze ist wie fast alle Moor- und Sumpfpflanzen durch Entwässerung, Aufforstung und durch Eutrophierung (Anreicherung von Nährstoffen) der Standorte gefährdet. Die Vorkommen in Schweden und Norwegen konzentrieren sich auf die südlichen und mittleren Landesteile. In Nordschweden ist die Glockenheide ebenso wie im gesamten Finnland eine große Seltenheit und stark bedroht.[3] In Finnland gibt es insgesamt nur drei kleine, weit von einander entfernte Vorkommen.[4]


Sie blüht von Juni bis September. 

Textverweise

[1] Internet-Archive: Flora von. Bremen. Zum Gebrauch in Schulen und auf Exkursionen (1906), bearbeitet von Prof. Franz Bnchenau; URL: https://archive.org/details/floravonbremenun00buch (abgerufen am 29.09.14) 

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Professur für Forstbotanik: Erklaerung von botanischen Gattungsnamen der Gefaesspflanzen Europas nach nach Prof. Dr. Guido Benno Feige; WISSENSCHAFTLICHE GATTUNGSNAMEN DER GEFÄSSPFLANZEN MITTELEUROPAS UND IHRE BEDEUTUNG, G. B. FEIGE, April 1996, 3. vollständig überarbeitete und wesentlich ergänzte Auflage, Botanisches Institut und Botanischer Garten der Universität - Gesamthochschule – Essen; URL: http://www.forstbotanik.uni-freiburg.de/Forstbotanischer%20Garten/Artnamenerklaerung#T (abgerufen am 29.09.14)

[2] Wikipedia, die freie Enzyklpädie; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Glocken-Heide (abgerufen am 29.09.14)

[3] Global Biodiversity Information facility; URL: http://data.gbif.org/terms.htm?forwardUrl=http%3A%2F%2Fdata.gbif.org%2Foccurrences%2Fsearch.htm%3Fc[0].s%3D0%26c[0].p%3D0%26c[0].o%3DErica%2520tetralix (abgerufen am 2. Februar 2011, mittlerweile unter dieser Adresse nicht mehr aufrufbar)

[4] Verbreitungskarte Kasviatlas - Pflanzenatlas 2008, Universität Helsinki; URL: http://koivu.luomus.fi/kasviatlas/maps.php?taxon=41446&year=2008 (abgerufen am 29.09.14) 

Weitere  Informationen

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Aktualisiert am 23. Februar 2015