Geflecktes Knabenkraut

Dactylorhiza maculat L.

Schwedisch: Jungfru Marie nycklar

Norwegisch: Flekkmarihand

Fnnisch: Maariankämmekkä

Englisch: Maariankämmekkä




Name

Wegen der paarigen Wurzelknollen und der Ähnlichkeit mit den männlichen Hoden benannte der griechische Philosoph Theophrastos von Eresoser die Knabenkräuter nach dem griechischen Wort όρχις orchis (Hoden) und begründete den Aberglauben, der sich noch lange in alten Schriften wiederfand, dass Frauen, die die stärkere und saftigere der beiden Knollen aßen, einen Knaben gebären würden (Theophr. IX. 18.3.). Auch der deutsche Name „Knabenkraut“ ist hiervon abgeleitet.[1] 

Beschreibung

Die Knabenkräuter (Dactylorhiza) gehören zur Familie der Orchideengewächse. Das Gefleckte Knabenkraut bildet wie viele andere Orchideen an ihren Wurzeln eine Lebensgemeinschaft mit Pilzen, die die Wasser- und Mineralienversorgung übernehmen.


Das Gefleckte Knabenkraut wird bis zu 60 cm hoch. Der markige Stängel ist nicht hohl.


Die unteren Laubblätter sind spitz-lanzettlich bis linealische, die oberen Blätter schmal-lanzettlich. Meist sind die Blätter dunkel gefleckt. Die Blätter sind bis etwa 1,5 cm.


Die Blüte ist farblich variabel und reicht von fast reinweißen Exemplaren bis zu tief purpur-violett gefärbten. Die Blüten zeigen auf der Lippe dunklere Schleifen-, Strich- oder Tigermuster. Die Art ist auch hinsichtlich Blütezeit, Größe und Blütenform vielfältig. Der Blütenstand ist häufig pyramidenförmig. 


Die Pflanze wird von nektarsuchenden Insekten wie Bienen und Hummeln besucht. Diese suchen in dem langen Sporn aber vergeblich nach Nektar. Man nimmt an, dass Papillen der Lippe und des Sporns Nahrung für verschiedene Blütenbesucher (Bienen, Pflanzenwespen, Fliegen, Mücken) bieten. 

Vorkommen

Das gefleckte Knabenkraut wächst vor allem auf wechselfeuchten, nährstoffreichen, aber kalkarmen Lichtungen und lichten Wäldern.


Es ist in Deutschland wie alle unsere heimischen Orchideen durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Es gehört zu den Pflanzen, die weder gepflückt und ausgegraben noch in irgendeiner Form gehandelt werden dürfen. Rigorose Schutzmaßnahmen wurden erforderlich, weil die natürlichen Vorkommen wegen fortschreitender Intensivierung der Landwirtschaft und ungebremsten Flächenverbrauchs für Verkehr und Besiedlung stark rückläufig und vielerorts sogar völlig erloschen sind. Nicht unerwähnt bleiben soll die rücksichtslose Sammelleidenschaft der Liebhaber, die ebenso für das Aussterben von Arten verantwortlich ist. Die Pflanzenart ist nach der BArtSchV besonders geschützt.[2] 

Textverweise

[1] Wikipedia, Die freie Enzyklopädie – Knabenkräuter; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Knabenkr%C3%A4uter_%28Orchis%29 (abgerufen am 29.09.14) 

[2] Bundesamt für Naturschutz (BfN), FloraWeb; URL: http://www.floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=1857& (abgerufen am 29.09.14) 

Weitere  Informationen

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Aktualisiert am 24. Februar 2015