Vergissmeinnicht

Myosotis L.

Schwedisch: Förgätmigej

Norwegisch: Forglemmegei

Fnnisch: Lapinlemmikki

Englisch: Forget-me-not 



"Rosen, Tulpen, Nelken,

alle Blumen welken,

aber nur die eine nicht,

und die heißt: Vergissmeinnicht"

(neben "ora et labora" der wohl häufigste Vers in den Poesiealben meiner Schwester Margit; um ca. 1968) 



Das Vergissmeinnicht (Myosotis) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).


Die Gattung umfasst 50 Arten, von denen 41 auch in Europa auftreten. In Schweden gibt es neun Arten.[1] Zur Bestimmung einzelner Arten empfehlen wir das Forum von pflanzenbestimmung.de[2] aufzusuchen. Professionelle Bestimmungshilfen bietet darüber hinaus Thomas Meyer auf seiner website Blumen in Schwaben[3]. 

Name

"Drunten am Bach, wo die bunte Wiese aufhört, saß ein wunderfeines Blümlein. Seine Blüten waren so blau wie der Himmel im Sommer, wenn die Sonne lacht. Man konnte glauben, es sei von oben herabgefallen. Lieb und bescheiden lachte es mit seinen kleinen Blütensternlein der Sonne zu. Ringsum war Friede. Nur der Bach erzählte mit seinem Plätschern von seiner weiten Reise durch Wald und Feld.


Da kam pfeilgeschwind ein Bachstelzchen auf einen Stein geflogen. Der lag mitten im Wasser. Es wippte lebhaft mit dem Schwänzchen. Mit seinen schwarzen munteren Augen sah es das Blümlein an und fragte: 'Wie heißt du denn?'


'Ich - ich - heiße - ja, wie heiße ich denn?' stammelte das Blümlein erschrocken. Es hatte seinen Namen vergessen. So sehr es sich auch besann, der Name fiel und fiel ihm nicht ein. War das ein Schreck! Jetzt war das Blümlein ohne Namen! Vor Angst zitterte es. Der Kummer darüber war so groß, daß aus seinen winzigen Blütenkelchlein die Tränen rannen. 'Ach, ich armes Blümlein', klagte es, 'was mache ich nun? Ich weiß nicht mehr, wie ich heiße. Ich habe meinen Namen vergessen, bin namenlos! …" 


Dass hier unserem kleinen förgätmigej die Tränchen kullern ahnen wir. Wie die kleine Vergessliche zu ihrem Namen kam, erzählt das alte Märchen. Die ganze Geschichte finden Sie am Ende der Seite.[4]


In der botanischen Ordnung ist das Vergissmeinnicht eine Gattung aus der Familie der Raublattgewächse. Carl von Linné hat den botanischen Namen Myosotis wegen der Ähnlichkeit zu Lappula squarrosa (Gemeiner Igelsame) die damals Lappula mysotis hieß, für die Gattung eingeführt.[5] Der Gattungsname Myosotis stammt aus dem Griechischen mys, Myo = Maus und ous, otis = Ohr und weist auf die mäuseohrähnlich behaarten, an der Spitze runden Blätter hin. 


Der schwedische Name förgätmigej wurde erstmals 1683 erwähnt. Im deutschsprachigen Raum ist der Name Vergissmeinnicht seit dem 15. Jahrhundert gebräuchlich.[6] 

Beschreibung

Die Vergissmeinnicht sind Pflanzen mit meist kleinen, hellblauen Blüten, die in Büscheln wachsen. Sie sind ein- (z.B. Ackervergissmeinnicht), zwei- (z.B. Waldvergissmeinnicht) bis mehrjährig (z.B. Sumpfvergissmeinnicht) und oft niedrigwachsend. Sie werden meist bis 30, manche Arten bis 50 cm hoch.


Die Stängel sind aufrecht, grün, verzweigt und leicht behaart.


Die gestielten Grundblätter sind meist behaart, lang gestielt und elliptisch; die sitzenden Stängelblätter lanzettlich, behaart, weich und hellgrün.


Die Blüten stehen meist in einer endständigen, lockeren Traube. Die Vergissmeinnicht haben fünf hellblaue bis violette, selten gelbe, weiße oder rosafarbene Blütenblätter. Die sich öffnenden Blüten sind oft rot. 


Gut erkennbar sind die gelben Schlundschuppen, die sich deutlich von den blauen Blüten abheben um bestäubende Insekten anzulocken und ihnen den richtigen Weg zu weisen. Die fünf Staubblätter ragen wie der Griffel meist nicht aus der Kronröhre hervor. 

Vorkommen

Die Gattung Myosotis ist in Europa, Asien, Afrika, Australien und Nordamerika verbreitet. Je nach Art fühlt sich das Vergissmeinnicht in Fjällbirkenwäldern, Bachläufen, Quellen, Gräben, feuchten Wiesen oder auch an Sumpfrändern zu Hause.


Blütezeit ist im skandinavischen Fjäll von etwa Juni bis August. 

Wie das Vergissmeinnicht zu seinem Namen kam

Vor langer, langer Zeit schuf der liebe Gott die Blümlein. Er gab jedem seinem Namen und seine Farbe. Die lieben Engelein durften ihm dabei helfen. Sie trugen in vielen Töpfchen die Farbe herbei.


Da waren Blümlein, die wurden goldgelb bemalt. Sie sahen aus wie kleine Sonnen. Sie nannte der liebe Gott Löwenzahn. Andere bekamen blaue Glöckchen. Sie wurden Glockenblumen genannt.


Am Wegrand saß einsam ein kleines Blümlein. Es bekam ein weißes Strahlenkränzlein und jeder Strahl wieder ein rosa Tüpfelchen an der Spitze. Mitten hinein aber bekam es einen dicken, gelben Tupf.


Wißt ihr, wie es heißt? Es wurde Gänseblümchen benannt. Einer anderen Blume malte der liebe Gott die Blättchen rot, die aus einem grünen Kelch hervorschauten; das war die Nelke. So kam ein Blümlein nach dem anderen an die Reihe. Es war schon eine große Arbeit, bis alle die vielen Blümlein ihre Namen und ihr farbiges Kleidchen hatten.


Dann sagte der liebe Gott zu den vielen Blümlein: „Nun blüht und duftet! Alle Menschen und Tiere sollen sich an euch erfreuen.


Schmetterlingen und den fleißigen Bienchen sollt ihr Nahrung geben. Den kleinen Käfern aber, wenn sie Schutz suchen, sollt ihr Unterschlupf gewähren.“


Da öffneten die Blümlein aus Dankbarkeit ihre Blütenblättchen. Und sie freuten sich, da zu sein. Bienchen kamen geflogen und holten sich unter Summen den Honig und Blütenstaub. Bunte Schmetterlinge gaukelten von einer Blüte zur anderen, und die grünen, frechen Grashüpfer sprangen vor Lust hoch darüber weg. In ihrem Übermut wetteiferten sie miteinander, wer am höchsten springen könnte.


Drunten am Bach, wo die bunte Wiese aufhört, saß ein wunderfeines Blümlein. Seine Blüten waren so blau wie der Himmel im Sommer, wenn die Sonne lacht. Man konnte glauben, es sei von oben herabgefallen. Lieb und bescheiden lachte es mit seinen kleinen Blütensternlein der Sonne zu. Ringsum war Friede. Nur der Bach erzählte mit seinem Plätschern von seiner weiten Reise durch Wald und Feld.


Da kam pfeilgeschwind ein Bachstelzchen auf einen Stein geflogen. Der lag mitten im Wasser. Es wippte lebhaft mit dem Schwänzchen. Mit seinen schwarzen munteren Augen sah es das Blümlein an und fragte: „Wie heißt du denn?“


„Ich - ich - heiße - ja, wie heiße ich denn?“ stammelte das Blümlein erschrocken. Es hatte seinen Namen vergessen. So sehr es sich auch besann, der Name fiel und fiel ihm nicht ein. War das ein Schreck! Jetzt war das Blümlein ohne Namen! Vor Angst zitterte es. Der Kummer darüber war so groß, daß aus seinen winzigen Blütenkelchlein die Tränen rannen. „Ach, ich armes Blümlein“, klagte es, „was mache ich nun? Ich weiß nicht mehr, wie ich heiße. Ich habe meinen Namen vergessen, bin namenlos!“


Das tat der kleinen, zierlichen Bachstelze leid. So plötzlich, wie sie gekommen war, flog sie fort. Hoch und immer höher trugen sie ihre Flügel, bis hinauf zum lieben Gott. „Ach lieber Gott“, sagte sie, „da drunten an dem kleinen Bächlein blüht ein kleines, blaues Blümlein. Es weint so sehr, weil es seinen Namen vergessen hat.“


Da erbarmte sich der liebe Gott.

Er stieg selber hinab zu dem Blümlein.


Das zitterte vor Freude, als es ihn sah.


„Ja“, sagte gütig der liebe Gott, „du hättest deinen Namen nicht vergessen dürfen. Nun muß ich dir einen Neuen geben. Damit du ihn nicht wieder vergisst, sollst du von heute an Vergißmeinnicht heißen.“


Seit dieser Stunde heißt das Blümlein mit den kleinen, blauen Sternchen Vergißmeinnicht und hat seinen Namen nie wieder vergessen. [8] 

Textverweise

[1] Den virtuella floran - Myosotis L.; URL: http://linnaeus.nrm.se/flora/di/boragina/myoso/welcome.html (abgerufen am 28.09.14). Mehrere, in Schweden vorkommende Arten des Vergißmeinnichts werden hier aufgeführt 


[2] pflanzenbestimmung.de; URL: http://www.pflanzenbestimmung.de/ (abgerufen am 28.09.14)


[3] Blumen in Schwaben, Pflanzenbestimmung – online; URL: http://blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Boretschgewaechse/vergissmeinnicht.htm (abgerufen am 28.09.14)


[4] [8]„Wie das Vergissmeinnicht seinen Namen bekam“. Ob die schöne Geschichte ein Märchen von Hans-Christian Andersen ist, können wir nicht durch geeignete Quellen belegen. Mittlerweile findet sich die schöne Geschichte u.a. unter URL: http://lustich.de/community/gruppen/Weisheiten+u.anderes.../9261-Eine-wunderbare-Geschichte/ und URL: http://rose.bplaced.net/maerchenseiten/dasvergissmeinnicht.htm (abgerufen am 28.09.14)


[5] Heilkräuter-Seiten - Eva Marbach Verlag; URL:http://www.heilkraeuter.de/lexikon/vergissmeinnicht.htm (abgerufen am 28.09.14)


[6] Wikipedia, die freie Enzyklpädie; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Vergissmeinnicht (abgerufen am 28.09.14)


[7] www.tagesspiegel.de - Gert D. Wolff: Symbolträchtiger Frühlingsbote; Online-Ausgabe vom 14.02.2009; URL: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/symboltraechtiger-fruehlingsbote/1443388.html (abgerufen am 28.09.14) 

Quellen und weitere  Informationen

Mehr Pflanzen mit blauer, lila oder violetter Blütenfarbe


Aktualisiert am 19. Juli 2016