Eisenhut

Aconitum napellus L., Aconitum septentrionale L.

Blauer Eisenhut

Nördlicher Eisenhut, Gelber Eisenhut (ssp. vulparia)

Äkta Stormhatt

Nordisk Stormhatt

Venusvogn, Storhjelm

Tyrihjelm

Aitoukonhattu

Lehtoukonhattu

Monk's-hood

Wolf's-bane (ssp. vulparia) 



Die Pflanzen der Gattung Eisenhut, auch Sturmhut (lat.: Aconitum), gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).


Die nachfolgenden Beschreibungen beziehen sich auf die Pflanzenarten Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) und Nördlicher Eisenhut (Aconitum septentrionale). 



Name

Der botanische Gattungsname leitet sich wahrscheinlich vom griechischen Wort "en akoneios" ab und bedeutet auf schroffen Felsen wachsend, womit er auf das Vorkommen der dort heimischen Arten verweist.


Weshalb der Eisenhut seine starke Giftigkeit besitzt, erzählt eine griechischen Sage. Danach holte Herkules den dreiköpfigen Höllenhund und Wächter des Hades Zerberus am Berg Akonitos in Kleinasien aus dem Reich der Toten mit auf die Erde. Dessen Geifer tropfte auf die Erde, woraus die Pflanze erwuchs. Diese hatte die Macht, alles Leben ins Jenseits zu befördern.[1] Menschlicher und tierischer Speichel wurde damals für giftig gehalten, und je scheußlicher eine Kreatur war, um so giftiger galt auch ihr Speichel.[2]


Der Artname napellus für den Blauen Eisenhut stammt aus dem lateinischen nápus = Rübe, was sich auf das Aussehen der rübenähnlich verdickten Wurzel bezieht.


Die Bezeichnungen Eisenhut, Sturmhut und im Schwedischen stormhatt spielen auf die helmförmige Blütenform an.


Weitere im deutschsprachigen Raum gebräuchliche Namen sind Blauer Eisenhut, Echter Eisenhut, Nordischer Eisenhut, Sturmhut, Echter Sturmhut, Skandinavischer Eisenhut, Venuswagen, Fuchswurzel, Wolfswurz, Fischerkappe, Giftheil, Kappenblume, Mönchskappe, Reiterkappe, Würgling, Totenblume, Ziegentod. u.v.a. Häufig beziehen sich diese Namen auf die Blütenform der Pflanze oder ihre Giftigkeit.


Eine unfassende Namensdeutung erhalten Sie auf der Seite des Botanischen Sondergartens Hamburg-Wandsbeck, der seit 2005 die Wahl zur Giftpflanze des Jahres in Deutschland durchführt. Eine PDF können sie [hier] erhalten. 

Beschreibung

Der blaue Eisenhut (Aconitum napellus) treibt jedes Frühjahr aus einem schwarzbraunen, rübenförmig verdickten fleischigen Wurzelstock. Er wird bis etwa 1,5 Meter hoch. Der Nördliche Eisenhut (Aconitum septentrionale) erreicht auch Höhen von bis zu 2 Metern.


An dem aufrecht stehenden und unbehaarten, schwach klebrigen Stängel drängen sich dicht die großen dunkelgrünen, handförmig gefingerten Laubblätter. Sie sind unterseits silbrig. Nach oben zu werden die Laubblätter immer kleiner, bis sie schließlich nur noch Deckblättchen sind, in deren Achseln die großen Blüten entspringen.


Die dunkelblauen, beim Nördlichen Eisenhut blauvioletten Blüten, sind in 20-40 cm langen endständigen Trauben angeordnet. Das obere Blütenblatt gleicht einem Helm, der zwei langgestielte sogenannte Honigblätter umschließt, mit einem nach außen umgebogenen Sporn, in dem Nektar produziert wird. Eisenhut und die langrüsseligen Hummeln sind perfekt aufeinander abgestimmt, die Pflanze zu bestäuben. 

Die Früchte sind drei- bis fünfteilige Kapseln mit kantigen, braunen Samen. Sie reifen zwischen September und November. 

Vorkommen

Der Eisenhut wächst bevorzugt in gebirgigen, kühlen Gegenden. Der Blaue Eisenhut und seine Züchtungen werden aber auch als Gartenzierpflanzen im Flachland angepflanzt. Er stammt ursprünglich aus Sibirien. Im Laufe der Eiszeiten hat er sich über Europa, Asien und Amerika ausgebreitet.


Der Nördliche Eisenhut ist eine der charakteristischsten Unterwuchs-Pflanzen des Fjällbirkenwaldes und bewohnt feuchte Hänge und schattige Hochstaudenfluren. Der Nördliche Eisenhut wächst oft zusammen mit anderen Hochstauden wie Milchlattich, Trollblume und Wald-Storchschnabel.


Alle Eisenhutarten sind ausgeprägte Hummelblumen, denn nur langrüsselige Hummeln kommen an den in den Honigblättern verborgenen Nektar heran. Wo es keine Hummeln gibt, kann der Eisenhut sich nicht fortpflanzen!


Ihre Blütezeit liegt zum Ende des Frühsommers. Alle Arten stehen unter Naturschutz. 

Giftigkeit

Alle Pflanzen der Gattung Aconitum sind giftig; der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Der Saft des Eisenhuts wurde schon im Altertum als Pfeilgift, starkes Rauschmittel und als Hinrichtungsgift gebraucht. Das Gift wurde auch eingesetzt, Wölfe und Füchse zu vergiften. Pflanzenteile wurden dazu in das Köderfleisch gesteckt, das von den Tieren gefressen wurde und die dann daran verendeten.[3]


Auch gilt die Pflanze als eine der Ingredienzien der Hexen-/Flugsalbe und wurde in Vorzeiten Zaubermitteln zugesetzt.[4] 


Im Volk gab es lange Zeit die äußerliche Anwendung gegen Kopfläuse, was vielfach zu Vergiftungen führte.


Giftige Pflanzenteile:

Der giftige Bestandteil Aconitin ist in allen Pflanzenteilen enthalten, besonders aber in den unteren Pflanzenteilen der Knollen und Samen. Aconitin zählt zu den stärksten Pflanzengiften überhaupt. Der Giftgehalt der oberirdischen Teile ist vor der Blüte am höchsten. Die letale Dosis für reines Aconitin beträgt 3 - 6 mg für den Erwachsenen. 2 - 4 g der Wurzel gelten für einen Erwachsenen als tödlich. Schon 0,2 g der Pflanze sind als sehr toxisch zu betrachten.[5] 


Das Aconitin wird auch sehr gut durch die intakte Haut und Schleimhaut aufgenommen. Damit sind vor allem Kinder beim Spielen an und mit der Pflanze gefährdet. Vergiftungen treten aber auch bei Gartenliebhabern auf, die durch ein reines Halten der Wurzelknolle in der Hand Vergiftungen erleiden.


Der Eisenhut war 2005 Giftpflanze des Jahres in Deutschland. 

Textverweise

[1] Botanischer Sondergarten Hamburg-Wandsbeck; Giftpflanze des Jahres 2005 – Eisenhut; http://www.hamburg.de/gdj-2005-eisenhut/1330440/giftpflanze-des-jahres-eisenhut.html (abgerufen am 22.09.14) 

[2] [3] www.botanikus.de; http://www.botanikus.de/Gift/eisenhut.html (abgerufen am 22.09.14) 

[4] www.giftpflanzen.comPendium; http://www.giftpflanzen.com/aconitum_napellus.html (abgerufen am 22.09.14) 

[5] www.gifte.de - Toxikologie in der Notfallmedizin; http://www.gifte.de/Giftpflanzen/aconitum_napellus.htm (abgerufen am 22.09.14) 

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Aktualisiert am 25. Februar 2015