Rentierflechte, Cladonia stellaris

Cladonia stellaris (L), Fönsterlav S)






Beschreibung

Die Rentierflechte Cladonia stellaris ist eine Strauchflechte mit gleichförmigen, dichten, 4-5-ästigen Verzweigungen (kein stärkerer Haupttrieb). Bei der ähnlichen Cladonia portentosa sind es meistens nur 3 Verzweigungen. Cladonia stellaris weist eine beinahe weiße Färbung der hohlen Stämmchen (Podetien) auf. Die Oberfläche ist matt und die Stämmchen tragen keine Blättchen oder Schuppen. Die Pflanze ist kuppelförmig gewölbt.


Verbreitung und Vorkommen

Cladonia stellaris sind arktisch-boreal verbreitet. Der Schwerpunkt liegt im subkontinentalen Bereich der borealen Zone. Im Mitteleuropa und Deutschland ist die Art nur noch im (hoch)montanen-alpinen Lagen der Gebirge zu finden. Durch Biotopzerstörungen und -veränderungen sowie Schadstoffeinträge ist die Rentierflechte in den letzten Jahren von einem rapiden Rückgang betroffen. Die Art ist in Deutschland geschützt.


Verwendung

Die Rentierflechten sind besonders in den Wintermonaten ein bedeutender Teil der Nahrung von Rentieren. Sie benötigen etwa 2 kg Flechten (Trockengewicht) pro Tag. Da die Rentierflechte Kohlehydrate enthält, mischen die Eskimos sie mit Seehundfett und verfüttern das Gemenge an ihre Hunde, um Abwechslung in die stark eiweißhaltige Kost der Tiere zu bringen. Auch in Island wird Cladonia stellaris als Futter für Haustiere gesammelt.

Konservierte Rentierflechten werden (eingefärbt) als Bäume im Modellbau verwendet. Auch in Friedhofskränzen und Blumengestecken wird Cladonia stellaris verarbeitet.


Übrigens

Der radioaktive Fallout von Tschernobyl konnte sich besonders stark in Rentierflechten konzentrieren. Im Gegensatz zu Pilzen, die eine kurze Lebensdauer haben, blieben die Anreicherungen über Jahre in den Flechten erhalten. Skandinavische und sibirische Rentiere fraßen jahrelang die angereicherten Rentierflechten

Wenn die Flechte trocken ist, bildet sie den reinsten Zunder für Waldbrände.



Quellen und weitere Informationen

Uni-Münster
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Christof Suchentrunk, Untersuchungen an Flechten als Bioindikatoren für die Luftverschmutzung



Dank bei der Bestimmung der Cladonia stellaris an



(C) wunderbares-lappland.de. Berlin, 2010 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken