Die Pflanze erhielt den botanischen Gattungsnamen Trollius und den Namen Trollblume wegen ihrer kugeligen Blüten. Im lateinischen bedeutet das Wort trulleus soviel wie rundes Schöpfgefäß, ähnlich der altdeutschen Bezeichnung trol für kugeliges Gebilde bzw. kugelrund.
Der Artname europaeus verweist auf das europäische Verbreitungsgebiet der Pflanze.
Die zahlreichen Volksnamen Bachbumele, Budabinkerl, Butterkugel (schwed. smörbollar), Butterrosn, Eierblom, Glatzer Rose, Glotzblume, Goldknopf, Goldköpfchen, Krötenblume, Kugelranunkel, Natter(n)knöpfe, Pfingstrolle, Ranunkel, Wasserrolle leiten sich von Blütenfarbe oder –form ab.
Das schwedische Synonym laxblomster (Lachsblume) bezieht sich auf die Blütezeit der Blume, die mit der Ankunft der Lachse zusammenfällt.
In zahlreichen Sagen und Märchen werden ganz eigene, traurig-schöne Geschichten zur Herkunft der leuchtend gelben, kugeligen Schönheit erzählt. Mal dienen sie den Trollen als Fackeln um den Weg zu leuchten, mal lässt eine rheinländische Jungfrau die gelben Blumen aus dem Moor sprießen um die Kobolde vor dem Sumpf zu warnen. [1] Eine ganz und gar herzensrührende Geschichte von Beauty (dem armen, herzensguten Mädchen) and the Beast (dem garstigen, verkannten Troll) wird aus dem thüringischen Schleusingen überliefert. [2]
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Die Trollblume ist eine 30 - 60 cm hohe, mehrjährige, schwach giftige Staude. Der Stamm ist aufrecht und unverzweigt.
Die Grundblätter der Trollblume sind langstielig. Sie sind oberseits dunkelgrün, unterseits etwas heller und gewöhnlich fünfteilig handförmig gelappt. Die Lappen sind nochmals gespalten und am Rand gesägt. Die grundständigen Blätter sterben zur Blütezeit etwa zwischen Mai und Juli ab.
Die Laubblätter am Stängel sind sitzend oder kurzstielig und deutlich kleiner als die Grundblätter und nach oben hin weniger geteilt.
Die gelben, kugeligen Blüten sitzen meist einzeln am Ende des Stängels und werden etwa 2 bis 5 cm groß. Die Blütenhülle ist dabei nicht in Kelch und Blumenkrone getrennt, sondern alle Blütenblätter der Blüte sind leuchtend gelb. Die meist 10 bis 15 äußeren Blütenblätter neigen sich kugelig zusammen und schützen die vier bis zehn inneren, sehr schmalen Nektarblätter sowie die zahlreichen Staub- und Fruchtblätter vor Regen.
Die Blüte der Trollblume scheint beinahe verschlossen. Durch die engen Blütenblätter der geschlossenen Blüte gelangen nur winzige Fliegen und Käfer zur Bestäubung der kleinen smörball (schwedisch: Butterkugel). „Schwedische Forscher fanden heraus, dass Trollblumenblüten drei Arten von winzigen Blumenfliegen als Brutstätte für ihre Eier dienen. Bis zu sechs schlüpfende Fliegenlarven, die sich von den Blumensamen ernähren, kann eine Trollblumenblüte ‚verkraften’. Sind es mehr, übertrifft der Schaden, den die Fliegen anrichten, den Nutzen ihrer Bestäubertätigkeit.“[3] Öffnet man eine Blüte, sieht man fast immer mehrere der kleinen Insekten in der gelben Kugel. Bei Sonnenschein und schönem Wetter sind die Blüten der Trollblume meist geöffnet und auch Bienen und Hummeln erreichen dann ohne Mühe den kostbaren Nektar der Blume. Bei Regen ist die Blüte geschlossen.
Die Frucht ist dunkelbraun mit vielen Samen.
Die Blüten der Trollblume haben das gleiche Gelb wie ihre Familienmitglieder der Hahnenfußgewächse, sind aber wegen ihrer großen, kugeligen, sich zur Mitte schließenden Blüte nicht zu verwechseln.
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... ein Märchen aus Schleusingen
In Schleusingen lebte einmal ein armer Hirt mit seiner Tochter in einer kleinen Hütte. Sie hatten nicht viel Geld, aber sie konnten gerade leben, und sie waren`s zufrieden. Das Mädchen hatte ein so feines Herz, dass es keine Tränen sehen konnte, ohne selbst traurig zu werden. Es wollte gern, dass jeder glücklich sein sollte, und wo es helfen konnte, da half es. Kam ein altes Mütterchen des Weges, das aus dem Wald Holz geholt hatte, dann trug das Mädchen ihm das Holz nach Hause; hatte sich ein Kind beim Beeren suchen verletzt, war es sicher, bei dem Mädchen Hilfe zu finden, und wenn eine der Bauersfrauen in die Stadt fahren wollte, dann versorgte das Mädchen solange die Familie.
Abends aber saß es dann mit dem Vater vor der Hütte und sah zu, wie der Mond heraufzog. Eines Tages ging es in den Wald, um Pilze für die Mahlzeit zu suchen. Es sammelte fleißig, und schon bald war das Körbchen gefüllt. Da setzte es sich auf einen gefällten Baumstamm, um sich ein wenig auszuruhen. Doch wie erstaunte es, als der Baum plötzlich flüsterte: "Lauf fort, Mädchen, wenn der Troll dich findet, bist du verloren!" Das Mädchen kniete neben dem Baum nieder. "Wer ist denn der Troll?" fragte es. "Ach, es ist ein kleiner unheimlicher Gesell, erst seit Tagen treibt er sich hier im Gehölz herum, und er stellt dir nach. Hüte dich vor ihm." "Ist er unglücklich?" fragte das Mädchen. "Ich glaube wohl, denn er hat schon oft hier gesessen und gestöhnt, dass einem das Herz weh tun konnte." "Dann will ich ihm helfen", sagte das Mädchen, "mir wird schon nichts geschehen." Und es setzte sich wieder auf den Stamm und wartete. Es dauerte nicht lange, da kam der Troll. Er war hässlich und klein, trug einen langen Bart und hatte scharfe, schwarze Augen. Als er das Mädchen sah, lachte er auf, sprang herzu, um es zu fassen. Aber das Mädchen schaute den Troll nur an, da musste er die Hände sinken lassen, und er stand da, ohne zu sprechen und ohne etwas zu tun.
Er war ein Waldgeist, der unstet durch die Wälder streifen musste und niemals Ruhe fand. Menschen und Tiere musste er erschrecken und fürchtete sich selbst vor jedem Rascheln. Er hatte das Mädchen von weitem gesehen und wollte es gern rauben. Doch nun, wo es vor ihm saß, schwand ihm aller Mut und er sank langsam ins Gras. "Was hast du?" fragte das Mädchen. Da stöhnte er und sagte: "Geh, so schnell du kannst, wieder fort. Ich wollte dich umbringen, aber ich vermag es nicht. Geh, sonst tötest du mich." "Ich will dich nicht töten", sagte das Mädchen, "ich will dir helfen. Sag mir, was dich bedrückt."
Es dauerte lange, ehe der Troll zu sprechen begann. Doch dann sagte er: "Höre, ich war einst ein Mensch, jung, schön und übermütig. Ich war nicht schlecht, aber faul und neckte die Menschen gern. Einem Bauern zersägte ich die Deichsel, einem Hirten trieb ich die Herde fort, einem Mädchen, das im Fluss badete, stahl ich die Kleider und einer alten Frau tötete ich das letzte Huhn. Sie starb darüber vor Herzeleid. An ihrem Todestag wurde ich zum Troll. Seither habe ich viel Unheil angerichtet, ich will es nie tun, und doch muss ich es tun. Das macht mich unglücklich, aber ich weiß nicht, wie ich es ändern soll." Das Mädchen überlegte, dann sagte es: " Ich will meinen Vater fragen, er weiß gewiss guten Rat."
Und der Hirt wusste Rat. Er sagte: " Der Troll soll zu den Menschen gehen, denen er Böses getan hat, und er soll ihnen solange helfen, bis der Schaden wieder behoben ist. Dann wird er seine Ruhe wieder finden." Das Mädchen sagte es dem Troll und der tat, wie ihm geheißen. Dem einen baute er wieder einen Stall, den er zuvor eingerissen hatte, dem anderen flickte er den Wagen, dem dritten deckte er das Dach, und weil Arbeit jeden zufrieden und froh macht, wurde er es auch, und alle meinten, es sei doch noch ein recht guter Troll aus ihm geworden. Da erkrankte das Mädchen und niemand konnte ihm helfen.
Der Hirt wusste wohl, dass es würde sterben müssen. Alle Menschen, die das hörten, weinten. Auch der Troll weinte. Traurig durchwanderte er den Wald. Plötzlich vernahm er eine leise Stimme, die sagte: "In der Nacht wird hier eine gelbe Blume blühen. Wenn du sie dem Mädchen bringst, wird es gesund. Aber merke wohl: hast du sie dem Mädchen gebracht, so musst du sterben. Lässt du sie aber stehen, stirbt morgen früh das Mädchen." Der Troll rief. "Ich bringe ihr die Blume, ganz gewiss."
In der Nacht pflückte er die Blume ab, ging zur Hütte und legte dem Mädchen die Blume auf die Brust. Und siehe, das Mädchen ward von Stund an gesund, der Troll aber zerfiel in feine Asche. Das Mädchen nahm die Asche und streute sie zum Fenster hinaus.
Als die Aschekörner die Erde berührten, blühten überall die gelben Blumen, und seitdem nennen die Menschen sie Trollblumen, zur Erinnerung an den Troll, der sein Leben gegeben hat für das Leben eines Mädchens.
Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Schleusingen, Thüringen [www.schleusingen.de]
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