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Wintergrün, Mittleres

Pyrola media, Klockpyrola (S)


Das Mittlere Wintergrün, Pyrola media, ist eine mehrjährige, wintergrüne krautige Pflanze aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Früher wurden sie als eigene Familie der Wintergrüngewächse (Pyrolaceae) behandelt, heute werden sie zu der Unterfamilie Monotropoideae gerechnet.

 

 


Der Name Wintergrün kommt von den wintergrünen Rosettenblättern. Das etwas anspruchsvolle Mittlere Wintergrün ist möglicherweise eine aus der Kreuzung von Kleinem Wintergrün (P. minor) und Rundblätttrigem Wintergrün (P. rotundifolia) hervorgegangene Art.* Das Mittlere Wintergrün erkennt man an seinen großen und gebeulten, später am Boden anliegenden Rosettenblättern. Früher wurden aus den lederartigen, festen Blättern Kränze gebunden, heute ist die Nutzung der Pflanze zum Schutz vor weiterer Bestandsvernichtung nicht mehr erlaubt.

* Finnlands Fauna und Flora

 

 


 

Merkmale

Die Pflanze wird zwischen 10 und 25 cm hoch.

Die 3 bis 5 cm langen Blätter sind in Rosetten angeordnet, lederartig und wintergrün. Die recht dicken Blätter sind rund-länglich, gebeult und an den Rändern schwach gezähnt. Die Blätter des Blütenstiels sind klein und schuppig.

Die weißen oder rosafarbenen Blumenblätter schließen sich fast kugelig zu einer kleinen, runden Glocke zusammen und gleichen dadurch dem Kleinen Wintergrün. Das Kleine Wintergrün ist aber deutlich kleiner und ihre Blüten sind nur halb so groß.

Die Blüten sind nickend glockenartig.Sie sitzen an einer endständigen Traube, an unserem Exemplar etwa 15- blütig. Die Blüten werden im Sommer gebildet und die zahlreichen kleinen Samen im Herbst aus den unscheinbaren Samenkapseln entlassen. Zudem kommt es zur vegetativen Vermehrung durch Ausläufer. Sowohl für die Keimlingsentwicklung als auch für die Nährstoffversorgung spielen Wurzelpilze (Mykorrhiza) eine entscheidende Rolle.

 

Vorkommen

Die Gattung Pyrola ist in den kühl-gemäßigten und den subarktischen Regionen der Nordhalbkugel beheimatet. In Deutschland ist das Mittlere Wintergrün sehr selten und besonders geschützt.

Wintergrün-Arten bevorzugen schattige und stickstoffarme bis –ärmste, eher basenreiche Standorte. Ihre Verbreitung kann lokal sehr beschränkt sein. Sie wachsen dann aber oft „gesellig“, auch weil sie sich über Ausläufer verbreiten. Blütezeit ist Juni - Juli.

Wir haben das Mittlere Wintergrün auf dem alten Postweg zwischen der ersten und zweiten Windschutzhütte in der Nähe des alten Heumoores gefunden.

 

Symbiose mit Wurzelpilzen

„Die auf dem Waldboden sitzenden kleinen Blattrosetten können nur zu leicht von schnell- und höherwüchsigen Gräsern und Zwergsträuchern (wie Blaubeere und Krähenbeere), auch von starkem Mooswachstum geschwächt und schließlich überwuchert werden. Neben dieser Konkurrenzschwäche ist es wohl ein zweiter Faktor, der diese graziöse Waldbodenpflanze an größerer Ausbreitung hindert. Es ist ihre Abhängigkeit von der Gegenwart eines bestimmten Wurzelpilzes, der – im Boden vorhanden – ihre Wurzeln mit dichtem Filz umspinnt, in das Wurzelgewebe, in die Zellen der Rinde eindringt und dort verdaut wird.
Das Kleine Wintergrün [ebenso wie das Mittlere Wintergrün, d.A.] versorgt sich so zusätzlich mit Wasser, Mineralien, Eiweißen und liefert dem Pilz u.a. Kohlenhydrate aus der Photosyntheseproduktion in ihren grünen Blättern.
Ein solches Abhängigkeitsverhältnis mit gegenseitigem Nutzen nennt man Symbiose, in diesem Falle also eine Wurzelpilz-Symbiose (Mykorrhiza).“

Aus: Mitteilungsblatt des AKN (Arbeitskreis Naturschutz in der Samtgemeinde Tostedt e.V.), Nr.18 (2/03),


 

Quellen und Verweise

 

 

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